Schwere Gefechte
Viele Tote bei Wahl in Afghanistan

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan sind am Donnerstag bei verschiedenen Anschlägen und Gefechten nach offiziellen Angaben insgesamt mehr als 50 Menschen getötet worden. Die Wahl hat trotz der Gewalt stattgefunden und viele Afghanen haben sich beteiligt.

HB BERLIN/KUNDUS. Innenminister Mohammad Hanif Atmar sagte nach Schließung der Wahllokale, neun Polizisten und neun Zivilisten seien bei gewaltsamen Zwischenfällen ums Leben gekommen. 14 Polizisten und 13 Unbeteiligte seien verletzt worden. Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak sagte, darüber hinaus seien acht Soldaten getötet und 25 weitere verwundet worden. Vier Selbstmordattentäter hätten sich in die Luft gesprengt. Ein Polizeisprecher in der nordafghanischen Provinz Baghlan sagte, 21 Taliban-Kämpfer sowie ein Distrikt-Polizeichef seien bei Gefechten ums Leben gekommen.

Wardak sagte, man habe am Wahltag 135 Angriffe verzeichnet. Sicherheitskräfte hätten sechs Selbstmordattentäter vor der Tat stoppen können.

Präsident Hamid Karsai hatte kurz zuvor gesagt, es sei zu 73 gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. In 15 der 34 Provinzen seien Angriffe und Anschläge verübt worden. Polizisten, Soldaten und Zivilisten seien getötet worden. Opferzahlen nannte Karsai nicht. "Die Afghanen haben Raketen, Bomben und Einschüchterungen getrotzt und sind wählen gegangen", sagte Karsai, der als Favorit in die Abstimmung ging. "Das ist großartig.

Die Wahl sollte ursprünglich um 13.30 Uhr MESZ enden. Wegen des großen Andrangs blieben die Stimmlokale jedoch eine Stunde länger offen. Kurz danach begann nach Angaben der Wahlkommission in 30 der 34 Provinzen die Auszählung der Stimmen.

Das Bundesverteidigungsministerium hat unterdessen afghanischen Angaben widersprochen, wonach am Donnerstag während der Präsidentenwahl deutsche Soldaten im Norden des Landes in schwere Gefechte verwickelt waren. "Dafür haben wir keine Bestätigung", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. "In der Provinz Baghlan waren keine deutschen Soldaten an Gefechten beteiligt."

Trotz der schweren Gefechte am Wahltag in Afghanistan äußerte die Bundesregierung die Erwartung, dass die deutschen Soldaten spätestens in zehn Jahren vom Hindukusch abgezogen werden können. Verteidigungsminister Franz Josef Jung nannte am Donnerstag erneut eine "Bandbreite von fünf bis zehn Jahren". Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Ich rechne nicht damit, dass wir noch zehn Jahre oder länger in Afghanistan militärisch präsent sein werden."

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