Schwere Kämpfe in Afghanistan
Taliban greifen Parlament in Kabul an

Explosionen und Schüsse in Kabul: Mehrere Mudschaheddin haben versucht, in das afghanische Parlament einzudringen. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor dem Gebäude in die Luft. Alle Abgeordneten sind geflohen.
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KabulRadikal-islamische Taliban haben das afghanische Parlament angegriffen und die Abgeordneten zur Flucht gezwungen. Ein Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto am Westtor des Gebäudes in die Luft gesprengt, Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi in der Hauptstadt Kabul am Montag.

„Andere Angreifer haben versucht, ins Parlament einzudringen.“ Sie seien von Polizisten in Kämpfe verwickelt worden und in ein nahe gelegenes Gebäude geflohen. Von dort aus lieferten sie sich Gefechte mit den Sicherheitskräfte. Soldaten und Polizisten seien zur Verstärkung entsandt worden. Über Opfer war zunächst nichts bekannt.

19 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Alle Abgeordneten seien aber außer Gefahr. In der Nähe des Parlaments war es zu mehreren Explosionen gekommen. Sicherheitskräfte seien zur Verstärkung entsandt worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. In der Nähe des Parlaments waren drei Explosionen und Schüsse zu hören.

In einem Fernsehbericht aus der Parlamentssitzung war eine laute Detonation zu hören. Anschließend schreien Menschen, Staub wirbelt auf. In der Nähe des Parlaments ertönten Explosionen und Schüsse. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Abgeordnete aus dem Gebäude flohen. Rauch stieg auf. Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban. „Das Parlamentsgebäude ist unter schwerem Angriff der Mudschaheddin und ist umstellt worden“, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid über Twitter mit. Mehrere Mudschaheddin seien in das Parlamentsgebäude eingedrungen. „Schwere Gefechte sind im Gange“, hieß es in der Mitteilung weiter. Demnach griffen die Taliban das Parlament an, als der designierte Verteidigungsminister im Parlament vorgestellt werden sollte.

Eine offizielle Bestätigung für die Angaben des Talibansprechers gab es zunächst nicht, auch lagen zunächst keine Informationen über Tote oder Verletzte vor. Polizeisprecher Ebadullah Karimi sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe Berichte über eine Detonation. Polizeikräfte seien auf dem Weg zum Explosionsort.

Seit dem Abzug der meisten ausländischen Kampfeinheiten im vergangenen Jahr nimmt die Gewalt am Hindukusch zu. Die extremistischen Taliban, die vor gut 13 Jahren gestürzt wurden, haben in mehreren Provinzen Großoffensiven gestartet. Es gibt Zweifel, ob die afghanische Armee den Islamisten gewachsen ist.

So gelang es den Taliban am Montag, in der Provinz Kundus im Norden einen weiteren Bezirk einzunehmen. In der gleichnamigen Provinzhauptstadt hatte die Bundeswehr bis 2013 einen großen Stützpunkt. Die Aufständischen eroberten am Montag weitgehend den Bezirk Dascht-e-Archie, wie Distriktgouverneur Nasruddin Sayedi sagte.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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