Schwere Kämpfe in Südossetien
Militärkonflikt im Kaukasus weitet sich aus

Der Militärkonflikt im Südkaukasus eskaliert immer weiter. Ungeachtet der schweren Gefechte zwischen Georgien und Russland um Südossetien, bei denen nach russischen Angaben mindestens 2000 Zivilisten getötet wurden, beschossen Kampfjets am Samstag auch georgische Dörfer in der abtrünnigen Region Abchasien.

HB MOSKAU/TIFLIS/GORI. Zudem griff Russland Ziele nahe der georgischen Stadt Gori an, die außerhalb der bisherigen Kampfzone liegt. Georgien rief den Kriegszustand aus und schloss den Ruf nach internationaler Militärhilfe nicht aus. Zugleich bot das Land einen sofortigen Waffenstillstand an. US-Präsident George W. Bush sprach von einer gefährlichen Eskalation und rief Russland zur sofortigen Beendigung der Angriffe auf Gori auf. Russland fordert indes einen georgischen Abzug aus Südossetien.

Bei dem Konflikt starben nach russischen Angaben mindestens 2 000 Zivilisten allein in Südossetiens Hauptstadt Zchinwali, 30 000 sind auf der Flucht. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor Reisen nach Georgien und forderte Deutsche zum Verlassen des Landes auf. Der seit langem schwelende Konflikt war eskaliert, nachdem Georgien am Freitag eine Großoffensive in Südossetien gestartet und Russland daraufhin Truppen in die für die weltweite Öl- und Gasversorgung wichtige Region geschickt hatte.

Am Samstag gab es nun auch Luftangriffe in Abchasien, wobei widersprüchlich war, woher die Jets kamen. Ein Sprecher der pro-georgischen abchasischen Exil-Regierung sagte Reuters, russische Flugzeuge hätten zwei Dörfer in dem von Georgien kontrollierten Gebiet des oberen Kodoritals angegriffen. Indes zitierte die russische Agentur Interfax abchasische Separatisten mit den Worten, ihre Flugzeuge hätten das Gebiet bombardiert.

Abchasien hatte sich wie Südossetien nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Georgien losgesagt. Die Unabhängigkeit beider Regionen ist international aber nicht anerkannt. Georgien wirft Russland vor, Südossetien und Abchasien annektieren zu wollen. Die Regierung in Moskau beschuldigt hingegen Georgien, sich die Gebiete gewaltsam wieder einverleiben zu wollen.

Russische Kampfjets flogen bis zu fünf Angriffe überwiegend auf militärische Ziele in der Umgebung der georgischen Stadt Gori, die nahe Südossetien liegt. Ein Reuters-Reporter vor Ort beobachtete, wie mindestens fünf Menschen getötet wurden.

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