Schwierige Sicherheitslage
USA wollen ihre Taktik im Irak ändern

Seit 2003 sind mehr als 2 700 US-Soldaten im Irak gefallen. Trotz der Friedensappelle gab es am Wochenende wieder über 40 Tote. Die USA wollen angesichts des andauernden Blutvergießens im Irak ihren Kurs ändern und die Regierung in Bagdad künftig auf die Erfüllung von Vorgaben verpflichten.

HB WASHINGTON. Das meldete am gestrigen Sonntag die „New York Times“. Dazu zähle unter anderem, der religiösen Gewalt in einer bestimmten Zeit Herr zu werden. Sonst drohten der Regierung von Nuri Kamal Nuri el Maliki Strafen. Doch ungeachtet aller Friedensappelle für ein Ende der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten wurden am Wochenende im Irak wieder über 40 Menschen getötet.

US-Präsident George W. Bush räumte in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache am Samstag ein, die vergangenen Wochen seien für die amerikanischen Soldaten im Irak „schwer“ gewesen. Er bekräftigte zugleich, dass die US-Regierung an ihrer Strategie im Irak festhalte, jedoch ihre Taktiken ständig anpasse.

Die „New York Times“ schrieb unter Berufung auf ranghohe Beamte, es sei das erste Mal, dass die US-Regierung sich mit solchen Vorgaben an die irakische Regierung wende. Bagdad sei eingeladen, den Plan noch vor Jahresende zu beschließen. „Wenn die Iraker sich nicht darauf einlassen, müssten wir (die amerikanische Strategie) im Irak überprüfen“, sagte ein Pentagonbeamter der Zeitung. Es solle jedoch nicht mit einem Abzug der US-Truppen gedroht werden.

In seiner Radioansprache sagte Bush: „Unser Ziel im Irak ist klar und unverändert: Unser Ziel ist der Sieg.“ Der Präsident hatte sich am Samstag unter anderem mit dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, dem Befehlshaber des Oberkommandos Mitte, General John Abizaid, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sowie dem US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, über den Kurs im Irak beraten.

Am Samstag stieg die Zahl der im Oktober getöteten US-Soldaten auf 80. Dies könnte den Monat zu einem der verlustreichsten seit der Invasion im März 2003 machen. Inzwischen sind mehr als 2 700 amerikanische Soldaten im Irak gefallen.

Bush steht vor den Kongresswahlen am 7. November wegen des Krieges im Irak innenpolitisch unter immer stärkerem Druck. Die Republikaner könnten die Mehrheit in beiden Kongress-Kammern verlieren. Die Demokraten werfen der Bush-Regierung vor, die Wahrheit im Irak nicht erkennen zu wollen und haben die Entlassung Rumsfelds verlangt.

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