Schwule und Leseben feiern in Massachusetts
Bush will gegen Homo-Ehe vorgehen

US-Präsident George W. Bush hat die Trauung homosexueller Paare scharf kritisiert. „Die heilige Institution Ehe darf nicht durch radikale Juristen neu definiert werden“, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidenten vom Montag.

HB WASHINGTON. Bush setzte sich erneut für eine Verfassungsänderung ein, in der die Institution der Ehe als Bund ausschließlich zwischen Mann und Frau definiert werden soll. Bush reagierte damit auf die seit Montag im Bundesstaat Massachusetts möglichen Eheschließungen homosexueller Paare.

Mehrere hundert schwule und lesbische Paare nutzten bereits am Montag diese Möglichkeit und ließen sich trauen. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hatte mit einer Grundsatzentscheidung die gleichgeschlechtliche Ehe für rechtmäßig erklärt. Um einen „Hochzeits-Tourismus“ auszuschließen, sollen jedoch keine Paare aus anderen US-Bundesstaaten getraut werden.

Im Februar hatte bereits der Bürgermeister von San Francisco für Aufsehen gesorgt, als er in einem Verstoß gegen geltendes Gesetz mehr als 3400 gleichgeschlechtliche Paare traute. Anders als in Massachusetts verbot der Oberste Gerichtshof von Kalifornien die Praxis später. Auch in einem Bezirk im US-Bundesstaat Oregon wurden Homo-Ehen geschlossen.

US-Medien rechnen damit, dass das Thema den Wahlkampf weiter anheizen wird, weil Massachusetts der Heimatstaat des demokratischen Herausforderers John Kerry ist. Kerry hat sich wie US-Präsident George W. Bush gegen Homo-Ehen ausgesprochen. Während Bush jedoch die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern lassen will, plädiert Kerry für eingetragene Lebenspartnerschaften, um diesen Paaren mehr Rechte als bisher einzuräumen. Nach Meinungsumfragen lehnt die Mehrheit der US-Bürger die gleichgeschlechtliche Ehe ab.

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