Nach dem Schottland-Referendum
„Was für ein trauriger Tag“

Schottland hat entschieden: Die Mehrheit hat sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich ausgesprochen. Wie die Schotten am Tag nach dem historischen Referendum das Endergebnis aufnehmen.
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EdinburghDer Himmel über Edinburgh ist grau, es ist ein kühler Morgen. Die Stimmung bei Patel Sarin und seiner Frau könnte aber besser nicht sein. Singend räumt der Mann Zeitungen in Regale ein, die an seinem Kiosk angeliefert wurden. Seine Frau füllt Kleingeld in die Kasse. „Wir hätten wahrscheinlich auch gut in einem unabhängigen Schottland leben können, aber irgendwas sagt mir, das ist jetzt die bessere Lösung“, sagt Sarin. „Irgendwie hat Schottland doch dennoch gewonnen, weil es künftig mehr Rechte bekommt, ohne die Risiken eingehen zu müssen, die die komplette Autonomie mit sich gebracht hätte.“

Es ist der erste Morgen nach dem Referendum. Das Endergebnis wird erst am Vormittag feststehen. Aber in einem Großteil der Wahlbezirke sind bereits die Stimmen bereits ausgezählt, und demnach führen die Unionisten mit gut 55 Prozent. Die Schotten haben sich damit als klarer als zuvor erwartet dafür entschieden, Teil des Königreichs zu bleiben. In Großstädten wie Glasgow haben zwar die Unabhängigkeitskämpfer gewonnen. Doch das reicht offenbar nicht, um das Gesamtergebnis in diese Richtung zu drehen.

Bei der Londoner Zentralregierung macht sich Erleichterung breit – ebenso wie bei Volkswirten und Finanzexperten. Die enormen Risiken, die eine schottische Unabhängigkeit mit sich brächte, sind gebannt, kommentiert Rob Wood, Volkswirt bei der Berenberg Bank. Doch möglicherweise müsste Großbritanniens Premier David Cameron noch einen hohen Preis dafür zahlen, dass er den Schotten deutlich mehr Souveränität versprochen hat, wenn sie gegen die Abspaltung stimmen.

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„Dies ist nicht das Ende der Unabhängigkeit“

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  • Das Ergebnis der Abstimmung ist keine Überraschung,
    denn Krawallmacher vertreten nicht unbedingt die Meinung
    der schweigenden Mehrheit.

    Überraschend ist nur die geringe Wahlbeteiligung:
    14 % aller Schotten haben diese wichtige Frage über
    ihre eigene Zukunft anderen Menschen überlassen!

    Aber auch bei uns gibt es genügend solcher Dumpfbacken,
    wie die beiden letzten Landtagswahlen einmal mehr beweisen.

  • Heute ist ein trauriger Tag ... nicht nur für alle Schotten, sondern für alle Separatisten und Spalter.

    Völlig unbemerkt von den nationalen und internationalen Medien, wurde auch hier bei uns in Mainhattan die Abspaltung und Herauslösung des schönen Westend und Nordend aus dem Frankfurter Moloch heraus - mit anschließender großer Mauer extra importiert aus China herum hochzuziehen - , abgelehnt.

    Auch ein Last-Minute-Vorstoß, das Ostend und Sachsenhausen in den inneren Elite-Kern mit hineinzunehmen, sofern diese die Proleten (also Lohnsklavengesindel < 1 Mio. € Privatvermögen, < 6-stelligen Beträgen im Jahr an den Fiskus und nicht mind. 1 Bentley, Lambo, R8 oder 911er aus dem Winterkorn-Portfolio in der Garage) rausschmeißen, änderte daran leider nichts .....


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

    Carl Icahn Jr.
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

  • „Was für ein trauriger Tag“
    Die Schotten hatten keinen Mut, sich von der dreihundertjährigen Zwangsmitgliedschaft mit England zu lösen.
    Ihnen war die sichere warme Hängematte lieber, als wieder ein freies Volk zu sein.

    Jeder weiß nun, wo das Herz der Schotten schlägt.

    Chance vertan für immer, Schade.

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