Schottland-Referendum
Die Londoner City atmet auf

Viele Unternehmen hatten vor der schottischen Unabhängigkeit gewarnt. Entsprechend groß ist die Erleichterung der Manager über den Ausgang des Referendums. Zerstreut sind die Zweifel ausländischer Investoren aber nicht.
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LondonEs ist der Tag der Wahrheit für die Schotten – und sie fällt glimpflich aus. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh mögen die Anhänger der Yes-Kampagne über eine verpasste Chance trauern. Rund 665 Kilometer weiter südlich in der Finanzmetropole London überwiegt dagegen die Erleichterung.

Die klare Mehrheit der Unabhängigkeits-Gegner lässt Investoren und Unternehmen rund um den Globus aufatmen, was sich sofort an den Kursen niederschlägt. Das Pfund legte im frühen Handel gegenüber den anderen Devisen deutlich zu, der britische Börsenindex FTSE kletterte ebenso wie der Dax in Frankfurt.

Beflügelt vom Verbleib Schottlands hatte zuvor bereits die Aktienbörse in Tokio deutlich im Plus geschlossen. „Den Investoren ist dadurch sehr viel Unsicherheit erspart geblieben“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Entsprechend erlöst wirken viele Manager.

„Das Ergebnis wird mit einem kollektiven Stoßseufzer der Befreiung von der ganzen Wirtschaftswelt begrüßt“, jubelte John Cridland, Generaldirektor des führenden britischen Unternehmensverbands CBI. Auch in der Londoner City, wo die großen Banken im Finanzdistrikt an der Themse bereits gegen sechs Uhr morgens vorsorglich erste Krisensitzungen angesetzt hatten, wirken die Nachrichten vom Norden der Insel wie Balsam auf den angespannten Nerven. „Ich bin glücklich, dass die Mehrheit der Schotten sich entschieden hat, im Vereinigten Königreich zu bleiben“, entfährt es Fiona Woolf, der Repräsentantin der Londoner Finanzindustrie als Lord Mayor der City of London.

Auch die schottischen Großbanken bemühen sich, zur Tagesordnung zurückzukehren – und aufgerissene Gräben zuzuschütten. Die Institute Lloyds und Royal Bank of Scotland (RBS) erklärten ihre für den Fall einer Abspaltung entworfenen Abwanderungspläne umgehend für hinfällig. „Die Gruppe ist stolz über ihre starken schottischen Wurzeln“, sagte ein Lloyds-Sprecher. Die Bank werde mit einer „signifikanten Präsenz“ in Schottland bleiben.

Auch die RBS versicherte, ihre Abwanderungspläne nun einzukassieren. Nach dem Abstimmungsergebnis gelte für alle Kunden „business as usual“, sagte ein Sprecher. Die Institute hatten in Aussicht gestellt, ihren Hauptsitz im Fall der Unabhängigkeit nach England zu verlagern, um weiter die Unterstützung der Bank von England in Krisensituationen zu haben. Eine gewichtige Mahnung: Der schottische Finanzsektor ist derzeit für rund 13 Prozent der Arbeitsplätze Schottlands verantwortlich. Alleine Lloyds und die RBS beschäftigen mehr als 25.000 Menschen.

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Deutsche Bank warnte vor dem „Yes“

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  • Das HBO ist heute wohl ausgerastet. Sehr interessante Kommentare einfach gelöscht, in eine Menge von Kommentaren unqualifiziert hineineditiert.

    So sieht eine Freie Meinungsverbreitung nicht aus !

    Wenn es so weiter geht, dann kann wohl das HBO seine Kommentarenfunktion ganz schließen. Denn den Mainstream-Mist wird hier keiner lesen wollen !

    Das muß mal gesagt werden .

  • @ Herr Robert Behrendt

    >> Ein Land mit 5 Millionen kann weder für strauchelnde Großbanken einspringen, noch eine wirksame Außenpolitik betreiben und es wird abhängig von fremden Währungen sein. <<

    Die Realität lehrt uns aber, dass auch Kleinstaaten, mit all den Nachteilen als Kleinstaat die Sie aufgelistet haben, es lebensstandardmäßig besser haben können als Großstaaten .

    Denken Sie nur mal an die Skandinavier, die Schweiz, etc.

    Die Menschen in Kleinstaaten brauchen eigentlich keine Weltwährungen, keine beeinflussende Außenpolitik, keine Großarmee, etc.

    Sie wollen nur gut Leben....und die Voraussetzungen dazu haben die Schotten zuhauf !

    Jetzt teilen Sie mit Briten, mit der EU .

    Und was Deutschland angeht, so sieht man doch über Jahrzehnte auch, wie der Süden den Norden und Osten alimentiert. Und ein Staat Berlin kann fast vollends auf Kosten anderer ein Sexi-Dasein führen !

    Müssten Sie selbst ihr Auskommen verdienen, würden sie auch ganz einfach anders agieren.

    Das ist aber wiederum eine andere philosophische Frage über die Nachteile des Sozialismus.

    Die EU bewegt sich in großen Schritten Richtung sozialistischen Großstaat, mit all den dazugehörigen Diktatorischen Begleiterscheinungen wie Zensur, Mainstream, Verlogenheit, Parasitismus, Ausbeutung, Abzocke, Schmarotzertum, u.s.w.

    Bei einem Kleinstaat ist das Volk viel NÄHER an der Regierung angesiedelt. Und das ist einer der Hauptvorteile der Kleinstaaten.

    Strauchelnde Banken würden in einem Kleinstaat erst gar nicht vorkommen !



  • Die Schotten waren vernünftig, die Abspaltung abzulehnen. Gerade wir Deutsche verdanken unseren Aufstieg zur Wirtschaftsmacht dem Ende der Kleinstaaterei. Im dt./frz. Krieg 1870/71 wurden die letzten Hemmsteine weggeräumt und ein Großdeutsches Reich mit politischem und außerordentlichem wirtschaftlichen Gewicht konnte entstehen. Wir alle profitieren bis heute davon. Ein Land mit 5 Millionen kann weder für strauchelnde Großbanken einspringen, noch eine wirksame Außenpolitik betreiben und es wird abhängig von fremden Währungen sein. Man kann nicht den Wecken und das Geld haben, d. h. eine Abspaltung wäre automatisch ein Austritt aus der EU und der Euro könnte erst eingeführt werden, wenn die Konvergenzkriterien erfüllt sind. In Deutschland würde eine Abspaltung von BaWü, BY und NRW das Restgebilde (Saarland, Bremen, Berlin, Sachsen, Thüringen...) in die Bedeutungslosigkeit zusammenfallen lassen.Erst Denken, dann Schreiben!!!!

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