Unabhängigkeitsvotum in Schottland
Der royale Albtraum fällt aus

Aufatmen im Buckingham Palace: Das Votum der Schotten hat auch für das Königshaus Bedeutung. Die Queen ließ sich im Vorfeld zu einem ihrer seltenen politischen Statements hinreißen. Und kann sich nun als Siegerin fühlen.
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LondonDer cremefarbene Hut sitzt akkurat, die schwarze Handtasche schlenkert am Armgelenk, als Queen Elizabeth beschließt, ihre Zurückhaltung aufzugeben. Als sie nach dem Kirchgang am Sonntag morgen in Crathie die Stufen der schottischen Kirche Crathie Kirk überschreitet, schweigt die 88-Jährige nicht majestätisch beredt, als ein Zuschauer aus der Menge sie auf das bevorstehende Referendum zur schottischen Unabhängigkeit anspricht, sondern nutzt die Gelegenheit für eine ihrer raren politischen Bemerkungen.

„Ich hoffe, die Menschen werden sehr sorgfältig über die Zukunft nachdenken“, antwortet die Regentin bedächtig, aber vernehmlich. Es sind für zur politischen Neutralität verpflichteten Regentin ungewöhnlich klare Worte in letzter Minute. Doch die späte Intervention von königlicher Seite hat ihre Wirkung nicht verfehlt.

Der royale Albtraum fällt aus. Als am Freitagmorgen die Sonne über den granitgrauen Palast in Balmoral Castle aufgeht, wo die Königin seit Wochen wie jedes Jahr weilt, darf sie davon ausgehen, dass für die Windsors auch in den kommenden Jahren der Besuch im Norden des Landes kein Auslandsbesuch werden wird. Beim Referendum haben sich die Schotten mehrheitlich gegen eine Scheidung nach 307 Jahren vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Es ist ein Votum, das dem britischen Premierminister David Cameron vorerst aufatmen lässt – aber das auch Queen Elizabeth einen feinen royalen Stoßseufzer entlocken dürfte.

Schottland als Republik? Für die Queen muss das eine Horrorvorstellung sein. Denn ein schottisches Yes-Votum für die Unabhängigkeit Schottlands hätte nicht nur eine neue schmerzvolle Grenze durch ihr Empire gezogen.

Eine klare Mehrheit für eine Abspaltung hätte für die greise Monarchin eine Abwendung aus dem Vereinigten Königreich bedeutet, von ausgerechnet jener Region, die die 88-Jährige liebt wie kaum eine andere auf der Insel. Jeden August zieht es die Queen, die das Landleben und die Jagd schätzt, für die Sommerferien auf ihren schottischen Landsitz Balmoral. Die Queen fühlt sich Schottland persönlich stark verbunden: Ihre Mutter war Schottin und sie verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit dort.

Kommentare zu " Unabhängigkeitsvotum in Schottland: Der royale Albtraum fällt aus"

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  • Die Medienschlacht wurde gewonnen.
    Doch England ist noch mal davon gekommen.
    Man denke, es wäre anders ausgegangen.
    Welch eine Trauer welche Tränen wären vergossen worden.
    Aus wäre es mit dem billigen Öl für das England.
    Nun, es bleibt ein gespaltenes Land zurück.
    Ob die Schotten jetzt die versprochenen Zusagen erhalten muss abgewartet werden.
    Man lässt erst mal Zeit über das Land ziehen und von dieser hat man ja genug.
    Schauen wir mal, spannend bliebt es trotzdem dort.

  • "...Aufatmen im Buckingham Palace..."

    Da wird nicht augeatmet, die werden unterm Tisch liegen vor Lachen. Ausgetrickts. So geht Politik heute.
    Und wenns öffenlich wird, zeigt man mit dem Finger auf Putin und behauptet: Der wars.

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