Scotland Yard ermittelt
Bhutto starb nicht durch Schüsse

Die ermordete pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist durch die Wucht einer Explosion getötet worden. Kurz zuvor abgefeuerte Schüsse waren nicht die Todesursache, stellte jetzt Scotland Yard fest. Damit stützen die britischen Experten die Darstellung der pakistanischen Regierung. Ob sich Bhuttos Anhänger damit abfinden, ist noch unklar.

HB ISLAMABAD. Die ermordete pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist nach Ermittlungen der britischen Polizei an den Folgen einer Bombenexplosion gestorben. Sie sei Kopfverletzungen erlegen, die sie sich durch die Wucht der Detonation bei einem Aufprall zugezogen habe, teilte die Polizei mit. Schüsse seien nicht die Todesursache gewesen.

Zudem habe es sich nach der gegenwärtigen Beweislage um einen Einzeltäter gehandelt. Der Selbstmordattentäter habe vor dem Zünden der Sprengsätze auch auf Bhutto geschossen. Die Politikerin sei nicht von zwei Tätern angegriffen worden, wie viele vermutetet hatten.

Bhutto war am 27. Dezember beim Verlassen einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi getötet worden. Die pakistanische Regierung hatte anschließend die These vertreten, dass Bhutto an den Kopfverletzungen gestorben sei. Doch viele Pakistaner wiesen diese Erklärung zurück. Anhänger und Familienangehörige Bhuttos hatten diese Version des Ablaufs bezweifelt und der Regierung von Präsident Pervez Musharraf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen. Sie gingen davon aus, dass der Attentäter so nahe an die Politikerin herankam, dass er vor dem Anschlag noch tödliche Schüsse auf sie abfeuern konnte.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatte Scotland Yard als neutrale Ermittler um Hilfe bei der Aufklärung der Tat gebeten. Damit wollte er vor allem dem innenpolitischen Druck begegnen.

Bhuttos Pakistanische Volkspartei (PPP) widersprach am Freitag dem Untersuchungsergebnis und beharrte darauf, dass die frühere Regierungschefin an einer Kugel starb. Ein arteisprecherin hatte zuvor kritisiert, dass die Ermittler von Scotland Yard keine unabhängige Untersuchung durchgeführt hätten. Die Ermittler seien von der pakistanischen Polizei abhängig gewesen.

Die pakistanische Regierung und US-Geheimdienste sehen den der Al Kaida nahestehenden Taliban-Kriegsherren Baitullah Mehsud als Drahtzieher des Attentats auf Bhutto. Am Donnerstag hatte die Polizei in Zusammenhang mit dem Attentat zwei Verdächtige in Rawalpindi festgenommen. Bereits im Januar waren zwei Verdächtige inhaftiert worden, darunter ein 15-Jähriger.

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