Sechs Tote
PKK soll Anschlag in Ankara verübt haben

Offiziell wollen die türkischen Behörden den Verdacht zwar nicht aussprechen, doch unter der Hand bezichtigen sie die kurdischen PKK-Separatisten, den Anschlag in Ankara mit sechs Toten verübt zu haben. Die Ermittler stützen diese Vermutung auf ein Indiz.

HB ANKARA. Wie der türkische Sender NTV berichtete, wurden am Anschlagsort in der Innenstadt von Ankara Spuren des Plastiksprengstoffs A-4 entdeckt, wie er in den vergangenen zwei Monaten bei mehreren Razzien auch bei PKK-Aktivisten sichergestellt worden sei. In den vergangenen zwei Jahren verübte die PKK-Splittergruppe „Kurdische Freiheitsfalken“ eine Reihe von Bombenanschlägen in der Türkei.

Der Anschlag ereignete sich am Dienstag im Herzen der türkischen Hauptstadt vor einem belebten Einkaufszentrum. Durch die Wucht der Explosion am Eingang barsten die Scheiben. Sechs Menschen starben, vier von ihnen sind Einheimische. Bei einem weiteren Toten soll es sich um einen Mann aus Pakistan handeln, der eine Waffenmesse in Ankara besuchte. Die Zahl der Verletzten wird von den Behörden mit 80 angegeben.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Generalstabschef der türkischen Armee, Yasar Buyukanit, sagte, es handele sich um die Tat einer organisierten Terror-Gruppe. Er sagte, der Vorfall könne sich nun in jeder großen Stadt wiederholen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach bei einem Besuch vor Ort sichtlich erschüttert von einer bösartigen, unbarmherzigen Terror-Attacke. Ankaras Bürgermeister Melih Gökçek wurde kurz nach dem Anschlag mit den Worten zitiert: „Hier spielen sich schreckliche Szenen ab“.

In jüngerer Vergangenheit haben verschiedene Extremistengruppen Bombenanschläge in türkischen Städten verübt. Vergangenes Jahr erschütterte eine Anschlagsserie kurdischer Aufständischer türkische Ferienorte, mehr als ein Dutzend Menschen starben. 2003 wurden bei Anschlägen in Istanbul, die El-Kaida-Muslimextremisten zugeschrieben wurden, 32 Menschen getötet. Wenige Tage zuvor hatten sich Selbstmordattentäter mit ihren Autos vor zwei Synagogen der Stadt in die Luft gesprengt und 30 Menschen mit in den Tod gerissen.

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