Sechs Verletzte
Angriffe auf US-geführte Truppen in Afghanistan

Sechs Wochen nach dem tödlichen Angriff auf einen Bundeswehrkonvoi in Kabul sind in Afghanistan zwei Anschläge auf US-geführte Koalitionstruppen verübt worden. „Feindliche Kräfte“ hätten fünf Soldaten der Koalitionstruppen und einen afghanischen Soldaten verletzt, teilte das US-Militär am Samstag in Bagram nördlich von Kabul mit.

HB/dpa KABUL. Der afghanische Kriegsherr und Vize- Verteidigungsminister Abdul Raschid Dostum legte unterdessen erstmals konkrete Vorschläge zur Entwaffnung der Milizen Afghanistans vor.

Nach US-Angaben wurde am Samstag eine Patrouille in der südafghanischen Provinz Chost mit Maschinengewehren und Granaten angegriffen. Am Freitagnachmittag sei in der Provinz Kunar ein Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi der Koalitionstruppen verübt worden. Der Zustand der Verwundeten, über deren Nationalität das US-Militär keine Angaben machte, sei stabil.

Dostum schlug nach einem Bericht der britischen BBC vor, die Anzahl der Milizionäre schrittweise zu reduzieren. Sie sollten eine Entschädigung enthalten und bei Wiederaufbauprojekten bevorzugt eingestellt werden. Der Usbeken-General unterhält selber eine Miliz.

Sollte die Regierung seine Vorschläge akzeptieren, seien seine Truppen unter den ersten, die sich entwaffnen ließen, zitierte ihn die BBC. Dostum habe eingeräumt, dass die Kämpfe zwischen den Milizen den Wiederaufbau des Landes und den Aufbau der Armee behinderten. In den Milizen sind nach Schätzungen rund 100 000 Kämpfer aktiv. Der afghanischen Armee gehören bislang nur rund 8 000 Soldaten an.

Der Aufbau der Armee geht nach Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden der entsprechenden Kommission gut voran. General Sher Mohammad Kareemi sagte der in Pakistan ansässigen privaten Nachrichtenagentur AIP, die Armee mit künftig bis zu 70 000 Soldaten werde sich aus der Politik heraushalten.

Unter US-Führung suchen mehr als 11 000 Soldaten aus verschiedenen Ländern nach Kämpfern des Ende 2001 gestürzten radikalislamischen Taliban-Regimes und Angehörigen des El-Kaida-Terrornetzwerks. Anfang Juni wurden bei einem Selbstmordanschlag in Kabul vier Bundeswehrsoldaten getötet und 29 verletzt. Sie gehörten der Internationalen Schutztruppe ISAF an, die nicht Teil der US-geführten Koalitionskräfte ist.

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