Sechser-Gespräche
Nordkorea lässt die USA auflaufen

Kein Ergebnis im Atom-Konflikt: Nordkorea hat bei den Sechser-Gesprächen in Peking jegliche Verhandlungen über seine Nuklearwaffen verweigert. Die Runde ist damit gescheitert. Nur in einem Punkt waren sich alle Delegationen einig.

HB PEKING. Die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm haben sich festgefahren. Nach mehr als einjähriger Pause haben die sechs Verhandlungspartner in fünf Tagen nichts weiter zu Stande gebracht als die Vereinbarung, nun ihren Regierungen zu berichten und sich bei nächster Gelegenheit wieder zu treffen. Termin wurde aber nicht genannt.

Aus Delegationskreisen verlautete, Nordkorea habe sich geweigert, ernsthaft über seine Nuklearwaffen zu verhandeln. Der nordkoreanische Gesandte Kim Kye Gwan sagte auf die Frage, ob sein Land nach dem Atomtest vom 9. Oktober weitere Versuche durchführen werde, der Ausbau der atomaren Fähigkeiten werde weiter betrieben.

„Die USA verfahren nach einer Taktik von Dialog und Druck“, sagte Kim. „Wir reagieren mit Dialog und einem Schild. Damit sagen wir, dass wir unsere Abschreckung weiter verbessern werden.“

Der chinesische Gesandte Wu Dawei sagte, die Gesprächspartner hätten einen freimütigen und tiefgehenden Meinungsaustausch geführt. Er sprach von „nützlichen Gesprächen“. Der japanische Gesandte Kenichiro Sasae sagte, Nordkorea habe eine wichtige Gelegenheit vertan. „Wir betrachten die nordkoreanische Haltung als extrem bedauerlich.“ Pjöngjang riskiere eine weitergehende Isolierung.

US-Chefunterhändler Christoper Hill zeigte sich irritiert über das Verhalten der Nordkoreaner. „Unser Ziel ist: keine Atomwaffen“, sagte er. „Sie müssen im Hinblick auf dieses Ziel eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legen.“ Stattdessen wolle Nordkorea „am einen Tag über finanzielle Fragen, am nächsten über derzeit unerfüllbare Forderungen und am dritten Tag über etwas diskutieren, was ihre Gefühle verletzt.“

Die USA haben im vergangenen Jahr Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt, weil die Regierung an Geldfälschung und Geldwäsche beteiligt sein soll. Unter Verweis auf diese Sanktionen boykottierte Nordkorea 13 Monate lang die Gespräche über sein Atomprogramm. Kim erklärte, seine Delegation habe von den USA verlangt, vor weiteren Gesprächen über die Umsetzung der Vereinbarungen von 2005 die Sanktionen aufzuheben. Washington macht dagegen ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zur Vorbedingung für eine Normalisierung der Beziehungen.

Die fünftägigen Gespräche wurden am vergangenen Montag wieder aufgenommen, beteiligt waren neben Nordkorea und den USA auch noch Südkorea, Japan, Russland und China.

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