Sechser-Runde zum Atomkonflikt
USA und Nordkorea mit neuen Vorschlägen

Die USA und Nordkorea haben am Mittwoch zum Auftakt der Gespräche im Rahmen der Sechser-Nationen-Runde zum Atomkonflikt jeweils Pläne zur Beilegung des Streits vorgelegt.

HB PEKING. Am Mittwoch unterbreitete US-Chefunterhändler James Kelly in Peking erstmals ein konkretes Angebot. Nach Angaben der „New York Times“ bieten die USA jetzt „Anreize“ wie Öllieferungen, Sicherheitszusagen und Gespräche über ein Ende der Sanktionen an, falls Nordkorea ähnlich wie Libyen sein Atomwaffenprogramm aufgibt. Es sei das erste bedeutende und detaillierte Angebot von Präsident George W. Bush an Nordkorea.

Nordkoreas Chefdelegierter Kim Gye Gwan erläuterte seinerseits die Vorstellungen seines Landes über ein Einfrieren des Atomprogramms im Gegenzug für Wirtschaftshilfe und Sicherheitsgarantien als ersten Schritt. Sein Land sei auch „zur Aufgabe unseres Atomwaffenprogramms in einer transparenten Weise“ bereit, wenn die USA ihre „feindliche Politik durch echte Taten beenden“. Ein japanischer Beamter sprach von „sehr bedeutenden Erklärungen“. „Wir hoffen, dass sie zu Fortschritten führen.“ Die Atmosphäre sei „sehr ernsthaft, gut, geschäftsmäßig“. Alle Teilnehmer demonstrierten eine „positive Haltung“. Die Gespräche Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands sollen bis Samstag dauern.

Mit ihrem Angebot reagierten die USA auf wachsenden Druck Chinas, Südkoreas und Japans, sich zu bewegen. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf hohe US-Regierungsbeamte weiter berichtete, suchten die USA zunächst eine Verpflichtung Nordkoreas, sein Plutoniumprogramm und seine Urananreicherung aufzugeben. Dann könnten China, Russland, Japan und Südkorea sofort mit Öllieferungen beginnen. Die USA böten ferner eine „vorläufige“ Nichtangriffsgarantie und direkte Gespräche über eine Aufhebung der Sanktionen und Energiehilfen an.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat demnach aber dann nur drei Monate Zeit, um seine Atomanlagen stillzulegen und zu versiegeln. Schließlich müssten die Anlagen außer Landes gebracht werden. Der Vorschlag stößt aber schon im Punkt der Urananreicherung an seine Grenzen, da Nordkorea deren Existenz heftig bestreitet. Unterdessen meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax, Außenminister Sergej Lawrow werde am 3. Juli nach Südkorea und einen Tag später zu einem zweitägigen Besuch nach Nordkorea weiterreisen.

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