„Seele der demokratischen Partei“
Edward Kennedy: Abschied von einer Legende

Sie hatten alte Wahlplakate mitgebracht, schwenkten amerikanische Flaggen und Papptafeln mit handgeschriebenen Botschaften ("Der Traum lebt weiter", "Danke!"): Zehntausende Amerikaner nahmen am Wochenende persönlich Abschied vom demokratischen Senator Edward ("Teddy") Kennedy.

WASHINGTON. Nach viertägigen Trauerfeierlichkeiten wurde der Bruder des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy am Wochenende auf dem Nationalfriedhof der USA in Arlington beigesetzt - in der Nähe seiner Brüder John F. und Robert, deren politisches Erbe er angetreten hatte. Im Alter von 77 Jahren war Kennedy am vergangenen Dienstag seinem Krebsleiden erlegen.

US-Präsident Barack Obama würdigte ihn als "Seele der Demokratischen Partei". "Kennedys Lebenswerk war es nicht, die Interessen der Reichen und Mächtigen zu vertreten", sagte Obama. "Er hat denjenigen eine Stimme gegeben, die nicht gehört wurden."

Kennedy war bekannt dafür, dass er als einer der wenigen Politiker in Washington Konflikte parteiübergreifend schlichten konnte. Sein Tod hinterlässt in den Reihen der Demokratischen Partei eine empfindliche Lücke, zumal Obama derzeit mit großem Widerstand gegen seine geplante Gesundheitsreform zu kämpfen hat. Eine umfassende Krankenversicherung gehörte zu den größten Anliegen Kennedys.

In den sechziger Jahren galt "Teddy" nach dem Tod seines Bruders John F. als Hoffnungsträger der politischen Familiendynastie. Viele Beobachtern hielten ihn für den politisch talentiertesten Kennedy-Bruder. Seit 1962 im Senat, galt der kämpferische Sozialreformer und geschickte Stratege als Patriarch der Demokratischen Partei und Galionsfigur der US-Liberalen.

Geboren wurde er am 22. Februar 1932 als jüngstes von neun Kindern des wohlhabenden und angesehenen Politikers Joseph Kennedy und dessen Frau Rose in Brookline (Massachusetts). Nach einem Studium der Geschichte an der Harvard-Universität und anschließendem Jura-Studium war Kennedy als Anwalt in Boston tätig. 1958 managte er den Senatswahlkampf seines Bruders John F., 1960 war er auch in dessen Präsidentschaftsrennen aktiv.

Seite 1:

Edward Kennedy: Abschied von einer Legende

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%