Ségolène Royal
Die ewige Kandidatin der Sozialisten

Sie ist und bleibt das Enfant terrible von Frankreichs Parti Socialiste (PS): Ségolène Royal. Mit ihrer Ansage, erneut gegen Staatschef Nicolas Sarkozy beim Kampf um das höchste Amt im Staat anzutreten, droht die 57-Jährige die mühsam von PS–Chefin Martin Aubry hergestellte Einigkeit in der Partei wieder zu zerstören.
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PARIS. Zu diesem Zeitpunkt unerwartet, erklärte Ségolène Royal jetzt, dass sie 2012 erneut gegen Nicolas Sarkozy bei den Präsidentschaftswahlen antreten will und sie daher Kandidatin für die parteiinternen Vorwahlen sei. „Dank meiner Erfahrung weiß ich, dass man mehr als nur ein paar Monate braucht, um sich vorzubereiten“, begründete Royal ihren Schritt.

Die 2007 unterlegene Spitzenkandidatin der Parti Socialiste (PS) prescht damit mal wieder vor und droht, die mühsam von PS–Chefin Martin Aubry hergestellte Einigkeit in der Partei zu zerstören. Erst wenige Tage zuvor hatte Aubry erklärt, dass es ein Abkommen zwischen ihr, Royal und dem IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn gebe, dass keiner gegen den anderen antreten wolle. „Es gibt eine brüderliche Allianz zwischen uns“, flötete auch Royal am Dienstag im Radio, „im geeigneten Moment werden wir uns versammeln.“

Und bis dahin zieht Royal ihre Kandidaten-Show ab. Sie will offenbar die Lücke füllen, die ihr der parteiinterne Rivale Strauss-Kahn (DSK) lässt – denn der König der Wählerumfragen ziert sich, von seinem IWF-Thron zu steigen und seine Kandidatur zu erklären. Der Partei-Fahrplan lässt ihm auch Zeit, denn die Sozialisten wollen erst im Herbst 2011 ihren Kandidaten per Urwahl küren. Und wer hier antreten will, muss sich erst im Juni 2011 outen.

So lange will Royal Strauss-Kahn aber nicht Zeit geben. „Jeder sieht, dass die Rechten längst mit dem Wahlkampf begonnen haben“, begründet Royal ihren Durchmarsch. Und für den Wirtschaftsprofi Strauss-Kahn sei immer Platz – als Nummer zwei: „Er wäre der beste Regierungschef, den wir haben könnten.“

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