Seit Ende der Kampfhandlungen 52 US-Soldaten getötet
Angriffe auf US-Truppen immer komplexer

Die Angriffe auf die US-Truppen im Irak werden dem US-Militär zufolge immer ausgeklügelter und damit auch immer tödlicher.

Reuters BAGDAD/WASHINGTON. „Der Feind verbessert seine Fähigkeiten“, sagte der Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General-Leutnant Ricardo Sanchez, am Donnerstag in Bagdad. „Sie lernen. Unter ihnen sind einige Profis.“ Dazu könnten auch Mitglieder der moslemischen Extremistengruppe El Kaida gehören, sagte Sanchez. Bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak machen die beauftragten Experten nach eigenen Angaben handfeste Fortschritte. Aus Kreisen verlautete allerdings, bislang seien jedoch keine Waffen gefunden worden.

Sanchez wies auf den zunehmenden Einsatz von Werfergranaten, Plastiksprengstoff und Granaten in Kombination mit Zeitzündern und Stolperdrähten bei den Anschläge auf die alliierten Truppe hin. Diese zunehmend komplexen Angriffe seien für die zunehmende Zahl von Toten unter den Soldaten verantwortlich. Seit dem von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak vor drei Monaten sind 52 Soldaten getötet worden, davon 19 allein in den vergangenen zwei Wochen. Am Donnerstag wurden bei einem Angriff nahe Bagdad ein US-Soldat getötet und drei verletzt. „Wir lernen aus dem, was der Feind uns antut“, sagte Sanchez.

Vor einigen Tage hatte Sanchez den Irak als einen Magneten für Terroristen bezeichnet. Neben der El-Kaida-Gruppe des radikalen Moslems Osama bin Laden könnten auch Ansar el Islam und andere Extremistengruppen beteiligt sein, sagte er am Dienstag. Eine Zusammenarbeit zwischen der gestürzten irakischen Regierung von Präsident Saddam Hussein und der El Kaida war vor dem Krieg immer wieder diskutiert, jedoch nie schlüssig nachgewiesen worden. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September 2001 verantwortlich.

US-Senatoren zuversichtlich über Waffenfund

Der Leiter der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak, der ehemalige UNO-Waffeninspektor David Kay, sprach nach einer vertraulichen Anhörung vor Ausschüssen des US-Senats von Fortschritten. „Es werden handfeste Beweise ans Licht gebracht“, sagte Kay, der im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA arbeitet. Diese würden jedoch erst vorgestellt, wenn man sich über die Faktenlage absolut sicher sei. „Wir machen handfeste Fortschritte“, sagte er weiter. „Die Leute, die an der Täuschung der UNO-Waffeninspektoren beteiligt waren, sagen uns jetzt, wie sie es gemacht haben.“ Fragen nach einem tatsächlichen Fund der Waffen wich Kay aus.

Auch US-Senatoren zeigten sich nach der Anhörung zuversichtlich. „Es würde mich nicht wundern, wenn es eine Überraschung gibt, die am Ende die Meinung vieler Leute ändert“, sagte der Republikaner Pat Roberts, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses. Aus US-Kreisen verlautete, die seit Juni im Irak eingesetzte Spezialtruppe von 1500 Amerikanern, Briten und Australiern habe noch keine Waffen gefunden. Die USA und Großbritannien hatten den Krieg unter anderem mit einer Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Saddam hatte dagegen immer erklärt, sein Land verfüge über keine Massenvernichtungswaffen mehr.

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