Selbstmord-Attentat im Jemen
Al-Kaida bekennt sich zu Anschlag mit knapp 100 Toten

Der jemenitische Arm der Al-Kaida hat sich zu dem Selbstmordattentat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bekannt, bei dem 96 Soldaten getötet worden sind. Die Organisation kündigte in einer E-Mail weitere Anschläge an.
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SanaaEiner ihrer „heiligen Krieger“ habe den Selbstmordanschlag durchgeführt, teilte die Al-Kaida in einer E-Mail mit. Ziel des Angriffs war demnach der Verteidigungsminister, der bei der Probe für eine Militärparade zugegen war. Das Attentat sei die Rache für eine Offensive der Streitkräfte gegen Al-Kaida-Kräfte im Süden des Landes, hieß es. Bei dem Anschlag wurden 96 Soldaten getötet und rund 200 Personen verletzt.

Die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) kündigte an, „Dies ist erst der Beginn des Dschihad“ und drohte mit weiteren Angriffen auf die jemenitische Führung.

Aus Militärkreisen verlautete, der Attentäter sei selbst ein Soldat gewesen, der seinen Sprengsatz in der Nähe des Präsidentenpalastes der Hauptstadt Sanaa gezündet habe. Die Parade war für Dienstag geplant, dem Nationalfeiertag im Jemen. Der anwesende Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed blieb unverletzt.

Der Anschlag am Montag traf die Führung des Landes ins Mark. Die Parade, gegen deren Generalprobe sich der Angriff richtete, gilt dem 22. Mai, dem Jahrestag der Vereinigung des republikanischen Nordjemens mit dem sozialistischen Südjemen im Jahr 1990.

In diesem Jahr feiert das Land den Vereinigungstag erstmals ohne den Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih, der im vergangenen November nach monatelangen, zum Teil blutig unterdrücken Protesten von der Macht zurücktrat. Salih hatte seit 1978 über den Nordjemen und nach 1990 über das vereinigte Land geherrscht.

Zunächst war auch nicht klar, ob die Parade nach dem blutigen Anschlag wie geplant am Dienstag über die Bühne gehen würde. Den Plänen zufolge sollte sie der neue Präsident Abded Rabbo Mansur Hadi abnehmen. An ihn hatte Salih die Macht übergeben. Bei der Präsidentschaftswahl im Februar war er im Amt bestätigt worden.

Der Jemen ist das ärmste Land der arabischen Halbinsel. Auch nach dem Abgang Salihs gilt die Lage als äußerst instabil. Im Süden hat die AQAP mehrere Städte und Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem ist in diesem Teil des Landes eine militante Sezessionsbewegung aktiv. Rebellen der schiitischen Huthi-Sekte halten wiederum im Nordwesten einen jahrelangen Aufstand am Kochen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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