Selbstmordanschlag in Afghanistan
Islamist aus Bayern als Attentäter verdächtigt

Ein türkischstämmiger Islamist aus Bayern soll den Selbstmordanschlag auf einen US-Stützpunkt in Ost-Afghanistan Anfang März verübt haben. Entsprechende Medienberichte wurden indes noch nicht bestätigt.

HB BERLIN. "Bild-Zeitung und "Focus" berufen sich auf Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen. Die Bundesanwaltschaft hat dazu „noch keine gesicherten Erkenntnisse“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Angaben würden überprüft. Bei dem Anschlag waren am 3. März in der afghanischen Provinz Chost nach damaligen Angaben der US-Streitkräfte unter anderem zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet worden, vier weitere wurden verletzt. Nach Angaben des Polizeichefs der Provinz wurden zudem zwei afghanische Arbeiter getötet und zwei Polizisten verletzt.

Der aus Deutschland stammende Cüneyt C. hatte offenbar Verbindungen zu der unter Terrorverdacht stehenden Zelle aus dem Sauerland. Er gelte bei Ermittlern als Weggefährte der Sauerland-Zelle, berichteten verschiedene Medien. Laut "Spiegel" wurde C. im bayerischen Freising geboren und lebte zuletzt in Ansbach. Im April 2007 habe er Deutschland jedoch verlassen, berichteten "Spiegel" und "Focus" übereinstimmend. Von dort sei er vermutlich über die Türkei und den Iran nach Pakistan gereist, hieß es weiter.

Das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Institut SITE hatte bereits vor rund zehn Tagen berichtet, die Islamische Dschihad-Union (IJU) habe sich zu dem Anschlag in der ostafghanischen Provinz bekannt. In einem Video war demnach von einer "Märtyreroperation gegen eine Militärbasis ungläubiger Besatzer sowie Einheiten Abtrünniger" die Rede, bei der C. "erfolgreich" gewesen sei. C. hatte demnach einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen gegen ein von ISAF-Soldaten bewachtes Regierungsgebäude gesteuert.

Laut „Bild“-Zeitung lebte der Mann bis April 2007 mit Frau und zwei Kindern in der Nähe von Ansbach. Er habe auch Verbindungen zu der Ulmer Islamisten-Szene gehabt. Der Selbstmordattentäter habe seine Stelle gekündigt und sich aus Deutschland abgesetzt, nachdem er ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten sei.

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