Selbstmordanschlag
Stockholm-Attentäter war als Islamist bekannt

Der mutmaßliche Attentäter von Stockholm war offenbar als Islamist bekannt. Für die Behörden stellt sich nun die Frage, wie ein Mann mit so offensichtlich extremistischen Ansichten ihrer Aufmerksamkeit entgehen konnte.
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STOCKHOLM/LONDON. In seiner Moschee in England schockierte Taimur A. mit extremistischen Thesen. Im Internet verbreitete er Videos von tschetschenischen Kämpfern und misshandelten Gefangenen im Irak. Am Samstag starb der 28-Jährige nach Behördenangaben bei einem gescheiterten Selbstmordanschlag in Stockholm.

Für die Behörden bleibt manche Frage zu klären - wann und wie er radikalisiert wurde etwa, und ob er Komplizen hatte. Vor allem aber, wie ein Mann ihrer Aufmerksamkeit entgehen konnte, der seine islamistischen Ansichten so offen zur Schau stellte.

Der schwedische Staatsanwalt Tomas Lindstrand sagte am Montag, man sei sich „zu 98 Prozent sicher“, dass es sich bei dem Attentäter, der sich am Samstag in einer Stockholmer Einkaufsstraße in die Luft sprengte, um Taimur A. handele. Bis zu dem Anschlag sei der Mann den Behörden nicht bekannt gewesen.

Schweden sei kein Überwachungsstaat, in dem die Facebook-Profile der Bürger kontrolliert würden, erklärte Lindstrand. Zugleich betonte er, dass Taimur A. bereits vor fast zehn Jahren seinen Wohnsitz nach Großbritannien verlegt hatte.

Nach bisherigen Erkenntnissen kam der in Bagdad geborene mutmaßliche Attentäter im Jahr 1992 nach Schweden. Zum Studium zog er 2001 ins britische Luton. Nach einem Abschluss an der Universität von Bedfordshire nahm der schwedische Staatsbürger in Luton Kontakt zu einem islamischen Zentrum auf.

Farasat Latif, der Leiter des Zentrums, beschreibt Taimur A. als einen „freundlichen und temperamentvollen“ Mann. Als er zunehmend radikale Ansichten zu vertreten begann, habe man ihn zur Rede gestellt. Daraufhin sei er in dem Zentrum nie wieder gesehen worden.

In einer Audio-Botschaft, die rund zehn Minuten vor dem Anschlag bei den Sicherheitsbehörden sowie bei der schwedischen Nachrichtenagentur TT einging, erklärte Taimur A., er habe sich in den Nahen Osten begeben, um sich dort auf den Dschihad vorzubereiten. Lindstrand zufolge war Taimur A. bei der Ausführung des Anschlags allein. Es sei jedoch gut möglich, dass er bei der Vorbereitung von anderen unterstützt wurde.

Trotz des Fehlschlags sei das Attentat sehr professionell vorbereitet gewesen. In der Botschaft wurde Bezug auf den Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan genommen.

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  • Die von der moschee lügen, von wegen man hat ihn auf seine radikalen thesen zu rede gestellt. LEUTE wacht auf, jeder muslim ist ein potentieller täter, man muss nur den koran lesen, dort wird der hass auf alles nicht-muslimische geschürt. Die muslime sind laut koran die besten aller geschöpfe und sämtliche nicht-muslime sind die schlimmsten kreaturen! Wers nicht bglaubt, einfach den koran lesen, am besten via internet (quran explorer), das kostet nichts. Aber vorsicht, die deutsche übersetzung ist geschönt, beispiel es heißt dort das man seine frau leicht schlagen darf, im arabischen orignal steht aber schlagen bzw verprügeln und ans bett fesseln drin, also leute lasst euch nicht für dumm verkaufen.

  • Eines vorweg. Jeder Angriff auf die Gesundheit eines Menschen muß verfolgt werden, egal wo. Auch zu diesem Anschlag gibt es Ungereimtheiten, welche man unter folgendem Link nachlesen kann:

    http://www.thelocal.se/30794/20101212/

    Es ist schon erstaunlich das die größten Überwachungsmaßnahmen Anschläge nicht verhindern können, weshalb sollen sie eigentlich ausgeweitet werden? Auch natürlich wieder hier in Deutschland.

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