Selbstmordanschlag
Terror-Überfall auf Luxushotel in Kabul

Mindestens sechs Menschen starben bei einem Terrorangriff der radikal-islamischen Taliban auf ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Das eigentliche Ziel der Terroristen blieb aber unverletzt.

HB KABUL. Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Luxushotel in Kabul haben Taliban-Kämpfer am Montag mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Sechs Personen wurden verletzt, wie das afghanische Innenministerium weiter mitteilte. Ziel des Anschlags war nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere, der im „Serena“-Hotel an einer Konferenz der norwegischen Botschaft teilnahm. Stoere blieb unverletzt. Ein Taliban-Sprecher erklärte, vier schwer bewaffnete Kämpfer mit Sprengstoffwesten hätten das Hotel angegriffen.

Unter den Todesopfern war nach Angaben des Außenministeriums in Washington mindestens ein US-Bürger. Bei zwei der Verletzten handelt es sich um Norweger - einen Mitarbeiter des norwegischen Außenministeriums und einen Journalisten der Zeitung „Dagbladet“, wie das Blatt und das Ministerium in Oslo mitteilten. Berichte, wonach sich zum Zeitpunkt des Anschlags auch mehrere Beamte des Bundeskriminalamtes in dem Hotel aufhielten, wollte das Bundesinnenministerium bis zum Abend weder bestätigen noch dementieren.

Außenminister Stoere sagte dem Fernsehsender TV-2, er habe das Treffen im „Serena“ gerade eröffnen wollen, als sich die Explosionen ereigneten. Alle Teilnehmer seien angewiesen worden, sich auf den Boden zu legen. Sicherheitskräfte hätten sie anschließend in Sicherheit gebracht. Der afghanische Präsident Hamid Karsai habe seine Besorgnis wegen des Anschlags ausgedrückt und Unterstützung angeboten, erklärte Stoere weiter.

Ein norwegischer Fotograf berichtete, die Attentäter hätten mehrere Bomben gezündet. „Es war komplettes Chaos“, sagte Stian Solum dem Sender NRK. Der Journalist Tor Arne Andreassen von der Zeitung „Aftenpostens“ sagte, eine Hotelangestellte sei schwer verletzt worden. Das ganze Gebäude habe gebebt und er habe gesehen, wie auf die Wachposten am Eingangstor Schüsse abgegeben worden seien.

Die Explosion war so stark, dass sie fast in der ganzen Stadt zu spüren war. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab. Rettungswagen und US-Soldaten in Panzerwagen eilten zu dem Hotel.

Das „Serena“ ist das beliebtestes Luxushotel in Kabul und wird häufig von ausländischen Botschaften für Gesprächsrunden und Feiern genutzt. Es liegt in der Innenstadt von Kabul in der Nähe des Präsidentenpalastes und verschiedenen Ministerien. Im Jahr 2003 hat in der Nähe des Intercontinental Hotels in Kabul eine Rakete explodiert, verletzt wurde niemand.

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