Selbstmordattentäter im Irak
Extremisten schicken Kind in den Tod

Im Irak haben Extremisten ein zehn Jahre altes Kind als Selbstmordattentäter in den Tod geschickt. Bei einem Treffen von Scheichs zündete der Junge seinen Sprengstoffgürtel.

HB BAGDAD. Scheich Sahir Abdul- Dschabar erklärte in der arabischen Zeitung „Al-Hayat“, es habe sich herausgestellt, dass der Attentäter, der am vergangenen Freitag bei einem Treffen von Scheichs in der Provinz Dijala seinen Sprengstoffgürtel gezündet habe, ein zehnjähriger Junge gewesen sei. Die Scheichs hatten über eine Versöhnungsinitiative und über ein gemeinsames Vorgehen gegen Terroristen diskutiert. Sechs von ihnen starben durch die Explosion. Scheich Sahir sagte, hinter dem Anschlag müssten El-Kaida-Terroristen stecken.

Der Polizeichef von Bakuba, der Provinzhauptstadt von Dijala, sagte am Montag, die Sicherheitskräfte hätten den Kampf gegen El Kaida in Bakuba gewonnen. In der Stadt gebe es nur noch vereinzelte „Widerstandsnester“ der sunnitischen Terrorgruppe, fügte Ghanim al- Kuraischi hinzu. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, Angehörige einer Bürgerwehr hätten am Montag in einem Gefecht in der Nähe von Bakuba fünf mutmaßliche El-Kaida-Terroristen getötet.

In der nordirakischen Stadt Tel Afar wurde nach Angaben der Agentur am Montag Scheich Mubarak al-Dschuhaischi von Extremisten erschossen. Die Polizei habe vier der Angreifer getötet und zwei weitere festgenommen, hieß es. Die Stammesscheichs sind in mehreren irakischen Provinzen zur Zielscheibe von El Kaida geworden, weil sie zusammen mit Armee und Polizei die Terroristen bekämpfen.

Der Vorsitzende der religiösen Stiftungen der Sunniten, Ahmed Abdul Ghafur al-Samarrai, erklärte, der Bagdader Vorort Al-Adhamija sei inzwischen „von terroristischen Elementen gesäubert“. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen den Bewohnern des sunnitischen Viertels, den irakischen Sicherheitskräften und der US-Armee. Bewohner des Viertels hatten den Bau einer „Sicherheitsmauer“ rund um Al-Adhamija in den vergangenen Monaten scharf kritisiert.

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