Selbstmordattentat
Iran wirft Ländern Anschlagsbeteiligung vor

Die iranische Regierung hat nach dem schweren Anschlag auf die Revolutionsgarde mehreren Ländern vorgeworfen, in den Terrorakt verwickelt zu sein. Pakistan wies die Vorwürfe zurück, Großbritannien bezeichnete die Anschuldigungen als „absurd“.
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ISLAMABAD/TEHERAN/STOCKHOLM. Pakistans Ministerpräsident Syed Yusuf Raza Gilani verurteile den „schrecklichen Terrorakt“, teilte sein Büro in Islamabad am Montag mit. Zuvor hatte schon das Außenministerium den Vorfall verurteilt. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Wochenende erklärt, der pakistanische Geheimdienst hätte mit den verantwortlichen Personen zusammengearbeitet. Pakistan sicherte der Regierung in Teheran seine volle Unterstützung bei der Aufklärung der Tat zu. Innenminister Rehman Malik habe seinem iranischen Amtskollegen Mustafa Muhammed Najjar in einem Telefonat mitgeteilt, Pakistan werde alles unternehmen, um die Drahtzieher des Anschlags zu fassen, berichtete der Sender Geo TV am Montag. Auch der der Minister wies Vorwürfe zurück, nach denen sich der Chef der Extremisten, die sich zu dem Anschlag bekannt hatten, in Pakistan aufhalten soll. „Abdolmalik Rigi ist nicht in Pakistan“, sagte Malik.

Bei dem Anschlag auf die Revolutionsgarde waren den staatlichen iranischen Medien zufolge 42 Menschen getötet worden. Unter den Toten sind auch Kommandeure. Zu dem seit Jahren schwersten Anschlag auf die Garde bekannte sich den iranischen Medien zufolge die sunnitische Rebellengruppe Dschundollah (Gottes Soldaten). Sie kämpfen nach eigenen Angaben für die Rechte ihrer Minderheit im überwiegend schiitischen Iran. Der Iran hat Pakistan in der Vergangenheit vorgeworfen, Dschundollah-Mitglieder aufzunehmen.

Die iranische Führung macht für den Selbstmordanschlag auf Revolutionsgarden am Sonntag auch westliche Länder und darunter auch ausdrücklich das EU-Mitglied Großbritannien verantwortlich. Aus London wurde der Vorwurf als absurd zurückgewiesen. Die EU verurteilte den Anschlag. In einer Erklärung der schwedischen Ratspräsidentschaft hieß es am Montag aus Stockholm, die Union bedaure die tragischen Verluste von Menschenleben.

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