Senator erleidet Schlaganfall
Mehrheit der Demokraten im US-Senat in Gefahr

Nur wenige Wochen nach der Kongresswahl müssen die US-Demokraten um ihre hauchdünne Mehrheit im Senat bangen: Einer ihrer Senatoren, Tim Johnson aus South Dakota, hat wahrscheinlich einen Schlaganfall erlitten und liegt in einer Klinik. Über einen möglichen Ersatzmann entscheidet der Gouverneur des Staates - und der ist Republikaner.

HB WASHINGTON. Ein republikanischer Nachrücker würde das Kräfteverhältnis zwischen beiden Parteien im Senat auf 50 zu 50 verändern. Derzeit stellen die Demokraten 51 Senatoren und die Republikaner 49. Johnson wurde nach Angaben des diensthabenden Arztes des US-Kapitols am Mittwoch mit Symptomen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus eingeliefert. Der 59-Jährige soll inzwischen operiert worden sein.

Der im November neu gewählte Senat tritt erstmals am 4. Januar zusammen. Im Falle eines Rücktritts von Johnson und dem Einzug eines weiteren Senators der Republikaner würde die Stimme von Vize-Präsident Dick Cheney den Ausschlag geben. Der Republikaner ist auch Präsident des Senats.

In den USA entscheiden die Gesetze der jeweiligen Bundesstaaten, was nach dem Rücktritt oder dem Tod eines Senators geschieht. Dies ist ein Überrest aus der Zeit, als der Senat eine Länderkammer ähnlich dem deutschen Bundesrat war. In South Dakota stellt der Gouverneur einen anderen Abgeordneten seiner Wahl für die verbliebene Amtszeit. In dem Bundesstaat regiert der Republikaner Michael Rounds, der damit einem Parteikollegen Johnsons Sitz übertragen könnte. Diesen würde er bis November 2008 halten.

Am Mittwoch besuchten hochrangige Demokraten wie Tom Daschle und Harry Reid ihren Kollegen im Krankenhaus. „Jedes Mitglied des Senats der Vereinigten Staaten wünscht ihm und seiner Familie in dieser schweren Zeit alles Gute, und wir wünschen ihm eine vollständige Genesung“, erklärte Reid anschließend.

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