Separatismus
Katalonien treibt Spaniens Spaltung voran

Eine Welle des Separatismus schwappt über die Region im Nordosten Spaniens – sie könnte zur Unabhängigkeit der Region führen. Die Regierung in Madrid zeigt sich unversöhnlich.
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MadridDie Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens lassen sich kaum stoppen. Die Regierung der spanischen Region ist weiterhin fest entschlossen, binnen vier Jahren ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten, auch wenn ein solches Vorhaben gegen die spanische Verfassung verstößt. Der Konflikt zwischen Barcelona und der Zentralregierung in Madrid spitzt sich immer mehr zu.

Der Regierungschef Kataloniens, Artur Mas, galt bis vor wenigen Monaten als ein gemäßigter Nationalist. Im Programm seiner konservativen Partei Convergència i Unió (CiU), wird die Unabhängigkeit der Region nicht angestrebt. Dennoch hat Mas sich wie kein katalanischer Regierungschef zuvor an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die die Abspaltung von Spanien vorantreiben will. Bei den Separatisten wird Mas inzwischen als Held des katalanischen Separatismus gefeiert.

Auslöser der Radikalisierung des katalanischen Ministerpräsidenten waren die im Sommer gescheiterten Verhandlungen mit der Zentralregierung über einen Fiskalpakt. Mas wollte erreichen, dass die Regierung von Mariano Rajoy in Madrid die geforderten Steuerabgaben Kataloniens, der wirtschaftlich stärksten Region Spaniens, zugunsten der weniger entwickelten Regionen mäßigen würde. Rajoy erteilte Mas jedoch eine klare Absage. Daraufhin beschleunigte sich der Lauf der Ereignisse: Mas setzte Neuwahlen in Katalonien für den 25. November an, zwei Jahre früher als vorgesehen, und kündigte eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens an, falls seine Partei die Wahlen mit Abstand gewinnen werde.

Jüngste Umfragen geben dem katalanischen Regierungschef Rückenwind: Sie sagen der nationalistischen Regierungspartei CiU einen klaren Wahlsieg voraus. Zudem ergab eine von der Regionalregierung in Auftrag gegebene Umfrage, dass nicht weniger als 74,1 Prozent der Katalanen den Weg in die Unabhängigkeit befürworten. Im Juni hatten bei einer ähnlichen Befragung nur 51,1 Prozent die Gründung eines selbstständigen katalanischen Staates befürwortet.

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Katalonien versetzt Madrid in Alarmbereitschaft

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  • Spanien wird seine Einheit nicht verlieren! Es wird keinen Staat 'Katalonien' geben! Außerdem ist es ja nicht korrekt das ein Stamm sozusagen, denn die Katalanen sind ein spanisches Volksstamm, die Unabhängigkeit fordern! Katalanen sind kein Volk, sondern ein fester Bestandteil des spanischen Volkes! Gott helfe und beschütze Spanien!

  • Spanien ist laut Verfassung unteilbar. Es hat seit deren Erstellung im Dezember 1978 noch keine Änderungen gegeben.
    Es wird keinen Staat Katalonien geben. Diese Bewegung ist mehrheitlich nicht unterstützt. Das ganze Theater wird regelmässig hochgepuscht um von den viel grundliegenderen Problemen wie die Finanzkrise oder die Massenarbeitslosigkeit abzulenken. Keine Angst also. Es wird keinen zusätzlichen Pleitestaat geben.

  • @goeasyway: das Dritte_Welt-Land Bayern, das Sie als so rückständig hinstellen, hatte zB. eine Akademie der schönen Künste, die international ziemlich gut angeschrieben war und wo berühmte Künstler wie zB. De Chirico zum Studieren nach Bayern kamen. Ich verweise hier auch auf Ludwig den I.

    Was Sie hier nachblöken, hat mit der etwas anderen Sprache zu tun. Die Norddeutschen nahmen sich nämlich schon immer als Mass aller Dinge und alles, was davon abwich, war schlecht bzw. minderwertig. Hat zu ziemlich vielen Verbrechen geführt übrigens, diese Art des Denkens, wie zB. in den Kolonien. Diesem Denken hatten wir auch die deutsche Ausprägung des Faschismus zu verdanken.
    Man kann nämlich alles rechtfertigen, wenn ich der Beste bin und der Rest der Menschheit primitiv.
    Schon schade, dass diese Art des Denkens noch immer sehr verbreitet ist in den nördlichen Gefilden. Hat nämlich auch dazu beigetragen, warum D so in den Verruf kam, nämlich durch die deutschen Spiessbürger und wo fand bzw. findet man die, doch eher in preussischen Gefilden.

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