Separatistengruppe
Oberster Eta-Chef in Frankreich festgenommen

Francisco Javier López Peña, auch „Thierry“ genannt, gehört zu den meistgesuchten Männern Europas. Nun hat die französische Polizei die Nummer eins der baskischen Separatistengruppe Eta festgenommen.

HB PARIS. Der Chef der baskischen Separatistengruppe habe keinen Widerstand geleistet, verlautete aus Polizeikreisen. Zusammen mit dem 49-Jährigen seien bei einer Razzia in der Innenstadt von Bordeaux drei weitere Eta-Mitglieder gefasst worden.

Die spanischen Behörden sprachen am Mittwoch von einem schweren Schlag gegen die Eta, die seit vier Jahrzehnten gewaltsam für einen eigenen Staat im Norden Spaniens und Süden Frankreichs kämpft.

Frankreichs Innenministerin Michele Alliot Marie bezeichnete Lopez Pena als eine historische Figur der Eta, die seit 20 Jahren gesucht werde.

Ein Vertreter der in Spanien regierenden Sozialisten sagte, die Festnahme bringe die Behörden im Kampf gegen den Terrorismus zudem auf weitere Spuren. In den Polizeikreisen hieß es weiter, bei dem Einsatz in einer Wohnung im südwestfranzösischen Bordeaux seien am Dienstagabend mindestens ein Computer und mehrere Handfeuerwaffen beschlagnahmt worden.

Die Untergrundorganisation war in den vergangenen zehn Jahren bereits durch die Festnahme von mehr als 750 mutmaßlichen Mitgliedern in Spanien und Frankreich geschwächt worden.

Die Gruppe hatte aber in den vergangenen Wochen in Spanien wieder verstärkt Anschläge verübt. Die Regierung in Madrid macht die Eta auch für einen Bombenanschlag verantwortlich, bei dem am 14. Mai ein Polizist im Baskenland getötet worden war.

Die einzige Frau unter den vier Festgenommenen, Ainhoa Ozaeta, hatte nach spanischen Angaben 2006 eine Waffenstillstands-Erklärung der Eta verlesen. Die darauffolgenden Gespräche waren von der Regierung nach dem tödlichen Anschlag am Flughafen von Madrid im Dezember aber abgebrochen worden.

Den Befehl für den Bombenanschlag hat nach Einschätzung der spanischen Polizei der nun festgenommene „Thierry“ gegeben.

Die Eta hat während ihres Kampfes für die Unabhängigkeit mehr als 800 Menschen getötet. Umfragen zufolge lehnen die meisten Basken einen eigenen Staat ab.

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