Serbien
Präsident Tadic hofft auf schnellen EU-Beitritt

Der Präsident des Balkan-Staats will nicht Opfer der EU-Ermüdung werden. "Wir sind nicht Griechenland", sagte Tadic dem Handelsblatt.
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BerlinSerbien drängt in die EU und will schnelle Beitrittsverhandlungen. „Wir erwarten die Vergabe des offiziellen EU-Kandidatenstatusses an Serbien bis Ende dieses Jahres und die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Anfang nächsten Jahres“, sagte der serbische Präsident Boris Tadic dem Handelsblatt nach seiner Rede zur Entwicklung Serbiens bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin. Nach dem Grundsatzbeschluss der EU-Staats- und Regierungschefs, Kroatien als 28. Mitglied der Europäischen Union aufzunehmen, strebt mit Serbien nun auch der größte Nachfolgestaat Jugoslawiens zügig nach Europa.

Tadic sagte zudem, „ich verstehe die Ängste in der EU in Bezug auf eine weitere Erweiterung“ - vor allem wegen der Schuldenkrise in Griechenland und anderen südlichen EU-Ländern. „Aber Serbien wird kein neues Griechenland“, versprach Tadic. Sein Land habe „viel niedrigere Staatsschulden. Wir haben unser Haushaltsdefizit im Griff und sind ökonomisch vollkommen anders als Griechenland.“

Wirtschaftlich würde die EU-Perspektive dem 7,5 Millionen Einwohner zählenden Land einen erheblichen Schub geben. Schon jetzt siedeln sich immer mehr deutsche Kfz-Zulieferer dort an und wollen sich westliche Energiekonzerne verstärkt engagieren.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent

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