Serbische Jugendliche beim Baden erschossen
Eskalation im Kosovo

Bewaffnete Angreifer haben im Westen des Kosovo am Mittwoch zwei serbische Jugendliche beim Baden in einem Fluss erschossen. Mindestens sechs weitere Kinder und eine Lehrerin seien verletzt worden, teilte die UN-Mission UNMIK in Pristina mit.

HB/dpa PRISTINA/BELGRAD. „Gegen 13.15 Uhr hat jemand aus einem Busch das Feuer auf einige Kinder im Fluss Bistrica eröffnet, die dort schwammen“, sagte UNMIK- Sprecher Andrea Angeli. Die Opfer sind 14 und 18 Jahre alt.

Belgrad verurteilte den Anschlag und forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage im Kosovo. Der Angriff folgte auf eine Serie von Zwischenfällen. Dies alles zeige das Scheitern der UN-Mission und der NATO bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Kosovo, sagte Goran Svilanovic, Außenminister von Serbien und Montenegro am Abend. Serbiens Ministerpräsident Zoran Zivkovic forderte umgehende UN-Aktionen gegen albanische „Terroristengruppen“ im Kosovo.

Die Jugendlichen wurden bei der serbischen Enklave Gorazdevac angegriffen, in der etwa 700 Serben leben. Die Verletzten sollten zunächst in ein Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Pec und dann weiter in ein Militärhospital der deutschen KFOR-Truppen in der Stadt Prizren gebracht werden. Unter den Verletzten war auch ein albanisches Kind. Der Kommandeur der KFOR, der italienische General Fabio Mini, verurteilte die Tat scharf.

Unterdessen traf der frühere finnische Ministerpräsident Harri Holkeri am Mittwoch zu seinem Amtsantritt als neuer UN-Beauftragter im Kosovo ein. Holkeri löst dort den deutschen Diplomaten Michael Steiner ab. Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen bei Pristina äußerte sich Holkeri nicht zu seiner neuen Aufgabe. Der 66-jährige war im Jahr 2000 Präsident der UN-Vollversammlung. Von 1987 bis 1991 war er Ministerpräsident seines Landes.

Vor Holkeris Ankunft gab es eine Eskalation der Gewalt im Kosovo und entlang der Provinzgrenze zu Südserbien. So war im Grenzgebiet am Dienstag eine Armeepatrouille von etwa 15 Bewaffneten angegriffen worden. Nach dem anschließenden Schusswechsel, bei dem es keine Opfer gab, wurde einer der Angreifer festgenommen. Es handele sich um einen Albaner aus Podujevo, im Norden Kosovos, meldete das serbische Staatsfernsehen RTS.

Der Verteidigungsminister von Serbien und Montenegro, Boris Tadic, bezeichnete den Angriff als Teil von abgestimmten Aktionen albanischer Extremisten. Am Montag waren drei Granaten auf eine Armeekaserne in diesem Gebiet abgefeuert worden. Die illegale Albanische Nationale Armee (AKSh) bekannte sich zu diesem Anschlag.

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