Sergej Bagapsch
Abchasiens Präsident stirbt nach Lungen-OP

Sergej Bagapsch, Präsident der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien, ist nach einer Lungenoperation in einem Moskauer Krankenhaus gestorben. Er soll für die Vertreibung tausender Georgier verantwortlich sein.
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MoskauDer Präsident der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien, Sergej Bagapsch, ist im Alter von 62 Jahre nach einer Lungenoperation in einem Moskauer Krankenhaus gestorben. Das Gebiet am Schwarzen Meer hat zum Gedenken an den seit Januar 2005 amtierenden Bagapsch von diesem Dienstag an drei Trauertage verkündet. Der russische Präsident Dmitri Medwedew würdigte am Sonntag nach Kremlangaben den „persönlichen Einsatz“ Bagapschs für die Unabhängigkeit Abchasiens sowie die Freundschaft mit Russland.

Moskau hatte die Region wie auch das ebenfalls von Tiflis abtrünnige Südossetien nach dem Südkaukasuskrieg mit Georgien 2008 als unabhängig anerkannt. Lediglich Venezuela, Nicaragua und die Pazifik-Insel Nauru waren diesem Schritt aber bislang gefolgt. Für die allermeisten Staaten, darunter die USA und Deutschland, gehören die beiden Gebiete hingegen völkerrechtlich weiter zu Georgien.

„Dies ist ein großer Verlust für das ganze abchasische Volk“, sagte Interims- und Vizepräsident Alexander Ankwab nach Angaben der Agentur Interfax. Bagapsch soll in seinem Heimatdorf Dschgerda beigesetzt werden.

Während Bagapschs Amtszeit als Regierungschef von 1997 bis 1999 wurden Tausende Georgier aus Abchasien vertrieben und ihre Häuser zerstört. Die georgische Regierung sprach von „ethnischer Säuberung“.

Bagapsch hatte sich am 21. Mai in Moskau an der Lunge operieren lassen. Anfang letzter Woche aber musste der Regionschef an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, da die Lungen aussetzten. Die Ärzte hätten seinen Zustand nicht mehr stabilisieren können, sagte Bagapschs Sicherheitschef Andrej Bobua. Bagapsch hinterlässt eine Frau, zwei Kinder und zwei Enkel.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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