Serie: Globalisierung konkret: Bauknecht weiß, was Ladys wünschen

Serie: Globalisierung konkret
Bauknecht weiß, was Ladys wünschen

In der schwäbischen Kleinstadt Schorndorf lässt der US-Hersteller Whirlpool bei seiner Tochter Bauknecht seit vier Jahren Waschmaschinen für den amerikanischen Markt produzieren. Dass die Weiße Ware im Hochlohnland Deutschland gefertigt wird und nicht in China, hat mit Know-how zu tun - und mit Glück.

SCHORNDORF/NEW YORK. Das Bauknecht-Werk steht seit über 40 Jahren in Schorndorn 30 Kilometer östlich von Stuttgart. Von außen sieht der Industriebau nicht besonders auffällig aus. Die Pforte, der sechsstöckige Verwaltungstrakt, die Hallen – alles ordentlich, aber etwas in die Jahre gekommen. Nichts deutet darauf hin, dass das schwäbische Traditionsunternehmen längst zum US-Konzern Whirlpool gehört. Und dass hier seit vier Jahren ein kleines Wirtschaftswunder gegen den allgemeinen Trend der Globalisierung geschieht.

Oder vielleicht doch. An den Laderampen herrscht reger Betrieb. Gabelstapler füllen wartende 40-Tonner-LKW mit Waschmaschinen. Die Geräte türmen sich in der Auslieferungshalle sechsfach übereinander. Ungewöhnlich ist das Auslieferungsziel: USA. Whirlpool lässt seit gut vier Jahren ausgerechnet im Hochlohnland Deutschland Waschmaschinen für seinen Heimatmarkt produzieren – eigentlich ein Anachronismus der Globalisierung. Denn in der Regel wird die Produktion von Küchengeräten immer stärker in Niedriglohnländer wie China verlagert.

Das Wunder von Schorndorf hat mit zwei Dingen zu tun – Glück und Know-how. Seit jeher waschen Amerikaner mit schweren Geräten, die von oben beladen werden und dreimal mehr Wasser und Energie verbrauchen als die Frontlader aus Europa. Zudem wird die Wäsche nur mit Zugabe von Bleichmitteln auch weiß. Die deutlich überlegene europäische Technik schaffte es dennoch lange nicht in US-Kaufhäuser.

Erst mit der Wasserknappheit in Kalifornien und den deutlich steigenden Energiepreisen rückten Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsargumente stärker ins Bewusstsein der US-Verbraucher: „Früher wollten die Kunden vor allem gute Maschinen mit einer langen Lebensdauer“, sagt John Alexander, Vize-Präsident bei Whirlpool. „Heute sind sie bereit, höherwertige Produkte zu kaufen, wenn wir ihnen genug Vorteile bieten.“

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