Serie: Globalisierung konkret: Die edle Seite der Globalisierung

Serie: Globalisierung konkret
Die edle Seite der Globalisierung

Auch die Diamanten-Produktion ist längst im Zeitalter der Globalisierung angekommen: Gefördert wird in Südafrika, veredelt in Israel oder Indien.

KAPSTADT/TEL AVIV. Tief gräbt sich die Schaufel des Elektrobaggers in den freigesprengten Gesteinsbrei. Rund 40 Tonnen hebt das Ungetüm bei jedem Schlag. Zehntausende Tonnen Erz und Geröll werden jeden Tag aus den Diamantenminen in Botswana und Südafrika herausgebrochen, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Vom Boden der Mine wird das Gestein ins Mahlwerk geschafft, wo riesige Mühlen es so lange zermalmen, bis es nur noch aus kleinen Bröckchen besteht. Anschließend trennen zunächst Wasserdruck und Rüttelroste, später Laser und Röntgenstrahlen die Diamanten vom Erzkörper. Eine menschliche Hand ist daran nicht beteiligt.

Zwölf Prozent aller Rohdiamanten werden in Südafrika gefördert. Gemessen am Wert der Steine ist die Kaprepublik viertgrößter Produzent der Welt. Doch die südafrikanische Schleifindustrie beschäftigt kaum 2000 Menschen. Wirklich funkeln dürfen die allermeisten der am Kap aus dem Boden gekratzten Steine erst im Ausland, in den Händen der Schleifer in Surat nördlich von Bombay, Antwerpen – oder Tel Aviv.

Bei der Veredelung sind israelische Firmen nach wie vor eine erste Adresse. Sie kaufen rund die Hälfte aller ungeschliffenen Diamanten, die weltweit gehandelt werden. Am 16 Mrd. Dollar schweren Handel mit geschliffenen Diamanten halten sie einen Marktanteil von 40 Prozent. Bis zu 12 000 Angestellte arbeiten in den vier Bürotürmen im Diamantenviertel der Tel Aviver Vorstadt Ramat Gan. Um den erwarteten Handelszuwachs bewältigen zu können, ist ein fünfter Turm geplant.

Doch obwohl es heißt, dass ein Diamant für die Ewigkeit geschaffen wurde, ist in der Branche nichts unvergänglich. Mit der Globalisierung treten Herausforderer auf den Plan, die den Israelis inzwischen sogar im eigenen Land Konkurrenz machen. Es ist noch nicht lange her, da gab es in Ramat Gan nur koschere Restaurants. Doch heute kann es sich keine Gaststätte mehr leisten, nicht auch indische Gerichte anzubieten: Curry-Reis und Gemüse neben der ostjüdischen Spezialität „gefüllter Fisch“.

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