Serie: Mein 11. September
„Am nächsten Morgen glich Brüssel einer Festung“

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. CDU-Wirtschaftsexperte Pfeiffer hat die Bilder des Horror-Szenarios noch deutlich vor Augen.
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Es gibt Ereignisse im Leben, die sich in die Erinnerung einbrennen und die man nicht mehr vergisst, beispielsweise der Moment an dem die Berliner Mauer fiel. Der Anschlag am 11. September 2001 gehört ebenfalls dazu.

Ich erinnere mich noch ganz genau daran, auch wenn es schon 10 Jahre her ist. Damals war ich Wirtschaftsförderer der Stadt Stuttgart. Diesen Tag verbrachte ich mit dem Oberbürgermeister in Brüssel, um das Projekt „Stuttgart 21“ bei der Europäischen Union und Investoren vorzustellen und zu promoten. Wir saßen gerade bei einem Gespräch im Ausschuss der Regionen, als jemand die Nachricht überbrachte, dass ein Flugzeug in das World Trade Center in New York geprallt wäre.

Das hat alle sofort tief ergriffen und nicht mehr losgelassen. Jeder hat sich seine Gedanken gemacht, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und dass es ein tragischer Unfall wäre. Nur wenige Minuten später wurde wiederum die Nachricht überbracht, dass ein zweites Flugzeug in den zweiten der Zwillingstürme geflogen wäre. Schlagartig wurde jedem bewusst, dass hier etwas Neues, im Moment vielleicht noch Unbegreifbares im Gang war.

Daraufhin haben wir einen Fernseher aufgesucht und die ersten Bilder vom Horror-Szenario gesehen. Immer und immer wieder wurden diese Bilder gezeigt. Ich habe sie noch heute deutlich vor meinen Augen.

Die offizielle Abendveranstaltung haben wir aufgrund der Ereignisse abgesagt. Trotzdem haben wir uns alle in der Landesvertretung zusammengefunden und die Nachrichten gemeinsam verfolgt und über die Geschehnisse diskutiert.

Die Meldungen und Spekulationen überschlugen sich, so dass man noch gar nicht in der Lage war, den Anschlag und dessen Folgen im ganzen Ausmaß zu erfassen. Bei vielen machte sich nicht nur Schrecken, sondern auch Angst breit, dass der Anschlag in Europa Fortsetzung findet. Noch in derselben Nacht wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Brüssel verstärkt und alles abgeriegelt. Bereits am nächsten Morgen glich Brüssel einer Festung. Irgendwie war dann jedem klar: Die Welt hatte sich wieder einmal fundamental verändert.

Erstmals in ihrer Geschichte setzte die Nato unmittelbar nach den Terroranschlägen am 11. September den kollektiven Verteidigungsfall vorläufig in Kraft. Dieser sieht in Artikel 5 den Angriff auf die USA als Angriff gegen jeden der Bündnispartner.

 

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Kommentare zu " Serie: Mein 11. September: „Am nächsten Morgen glich Brüssel einer Festung“"

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  • Die Terror-Bomber von 9/11 – sie gingen in der Hamburger Al-Quds-Moschee ein und aus, schmiedeten ihre Terror-Pläne gegen die westliche Welt. Sie flogen am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York. Mehr als 3000 Menschen starben bei diesem bestialischen Terror-Akt. Herr Friedrich und Frau Dr. Merkel beherbergen in unserem Land ca. 1000 Gefährder, anstatt diese mit Anhang ihres Glans sofort auszuweisen. Sind wir nur so blöd oder ist das vielleicht normal?
    Frau Merkel, es reicht, eiern sie mit ihrem Innenminister und Anhang nicht mehr so weiter, die Bevölkerung hat ein Recht sauf Sicherheit in unserem Land! Ist die Moschee geschlossen und die Hassprediger mit ihren Zirkeln ausgewiesen? Nein sie haben wie der Stadtstaat Hamburg versagt zum Nachteil der Weltbevölkerung, wir hoffen, dass man sie deshalb verklagen wird.

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