Serie: Mein 11. September
„Meine zweite Heimat wurde angegriffen“

Die Anschläge vom 11. September 2001 brannten sich tief ins Gedächtnis der Menschen. FDP-Außenpolitiker Lambsdorff, selbst damals in den USA, musste für seine Familie Evakuierungsrouten planen.
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Am 11. September 2001 wohnte ich wieder in Washington. Früher schon hatte ich drei Jahre an der Uni Georgetown studiert, auch in der amerikanischen Hauptstadt. Und die Stadt, die ich als meine zweite Heimat betrachtete, wurde angegriffen wie New York City. American Airlines Flug 77 raste in den Westteil des Pentagons. Das Anschlagsziel für den in Pennsylvania abgestürzten Flug UA 93 war vermutlich das Kapitol, vielleicht auch das Weiße Haus.

Nie werde ich den Schock vergessen, als eine Banderole auf CNN meldete, das State Department stehe in Flammen. Georgetown bildet mehr US-Diplomaten aus als jede andere US-Universität, viele meiner Kommilitonen, enge Freunde darunter, waren in den Dienst des Außenministeriums eingetreten. Gott sei Dank war es eine Falschmeldung.

Zu der allgemeinen Fassungslosigkeit, dem Entsetzen und der Trauer, kam bei meiner Familie noch die Ungewissheit hinzu: War jetzt Schluss? Kommen neue Anschläge? Wer war betroffen und was würde wohl noch auf uns warten? Die Telefonnetze waren zusammengebrochen, es kursierten Falschmeldungen und zahlreiche Gerüchte über noch bevorstehende Anschläge.

Wir waren alle zusammen tief verunsichert und versuchten, unseren Alltag irgendwie hinzubekommen. Das Selbstverständnis Amerikas als auf eigenem Territorium praktisch unverwundbar war zerstört. Dann kamen auch noch die Milzbrandattentate - weißes Pulver mit Anthrax-Keimen tauchte im Kapitol auf, die nächste Welle der Unsicherheit erfasste die Hauptstadt.

Die Folgen waren über Monate, gar Jahre zu spüren. Persönlich hieß das, Evakuierungsrouten für die Familie nach Pennsylvania zu studieren und Notfallkisten mit Überlebenswichtigem bereit zu halten; politisch führten die Anschläge zu einer zumindest anfänglich beispiellosen Sympathie- und Solidaritätswelle und dem mit breitem Konsens getragenen Einsatz in Afghanistan.

Der 11. September veränderte nachhaltig das amerikanische Wesen und die internationalen Beziehungen. Er veränderte auch unser Leben in den USA."

Lesen Sie hier mehr persönliche Erinnerungen zum 11. September2001 von Handelsblatt-Korrespondenten sowie Prominenten aus Politik und Wirtschaft.

Kommentare zu " Serie: Mein 11. September: „Meine zweite Heimat wurde angegriffen“"

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  • wer glaubt eigentlich noch an das Märchen eines islamistischen Anschlages? Hat eigentlich jemand schon eimal ne andere Einstellung der Flugzeuge gesehen als die immer wieder gezeigten wo selbst ein Vogelschwarm mit Überschall durchs Bild fliegt. Hollywood läßt grüßen.

  • Die Militärmacht Nr.1 kriegt es nicht hin, daß zweite Flugzeug abzufangen, nach dem das erste in den Turm gerrauscht ist. Obwohl bekannt war, daß weitere entführte Flugzeuge in der Luft sind !

    HAHAHAHA ! Für wie blöd haltet ihr SCHEI..-AMIS uns eigentlich ? Das klappt vielleicht bei euren eigenen Landsleuten, aber nicht bei den gebildeten Menschen aus anderen Ländern

  • Es war echt schrecklich für die USA

    Bisher haben sie nur anderen den Tod aus der Luft gebracht
    nun kam der Tod auf Minifüßen aus der Luft auch mal zu ihnen

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