Serie von Explosionen
Terror kostet in Bagdad immer mehr Menschenleben

Bei einer Serie von Explosionen in einem überwiegend von Christen bewohnten Viertel Bagdads sind am Mittwoch mindestens 14 Menschen getötet und dutzende verletzt worden. Die mit steigenden eigenen Verlusten konfrontierten US-Truppen meldeten unterdessen die Festnahme eines Helfers des irakischen El-Kaida-Chefs.

HB BAGDAD. In der irakischen Hauptstadt ist am Mittwoch erneut ein Bombenanschlag auf einen Minister versucht worden. Der in einem Auto versteckte Sprengsatz explodierte neben einem Konvoi des Industrieministers Fausi Al-Hariri, der sich jedoch nicht in einem der Autos befand. Mindestens 14 Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums bei dem Attentat getötet und 75 verletzt. Eine Sprecherin Al-Hariris sagte, der Minister sei zum Zeitpunkt des Anschlags im Ministerium gewesen, und es gehe ihm gut.

Hariri gehört zur kurdischen Bevölkerungsgruppe. Minister der von Schiiten angeführten Regierung sind schon mehrfach Ziel von Anschlägen geworden. Unterdessen kam es in der sunnitischen Rebellenhochburg Ramadi zu einem Selbstmordanschlag vor dem Armeehauptquartier, wobei außer dem Attentäter jedoch ersten Informationen zufolge niemand getötet wurde. Allerdings habe es viele Verletzte gegeben, teilte die Polizei mit.

Der Selbstmordattentäter sei mit einem Lastwagen in eine Betonwand gerast. Dann hätten Sicherheitskräfte das Feuer auf das Fahrzeug mit der Bombenfracht eröffnet, das daraufhin explodiert sei. Ramadi, die Hauptstadt der Provinz Anbar, gilt als Unruheherd. Irakische und verbündete US-Kräfte haben trotz militärischer Anstrengungen die Lage bislang nicht unter Kontrolle gebracht. Die Anschläge werfen erneut ein Schlaglicht auf die Lage im Irak, der von einem Aufstand und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Religions- und Volksgruppen geprägt ist.

Einen weiteren Anschlag mit einer Autobombe gab es im Bagdader Stadtbezirk Dora. Dabei wurde ein Mensch getötet. In Mukdadija nördlich von Bagdad tötete die irakische Polizei eigenen Angaben zufolge elf ausländische Kämpfer. Neun von ihnen seien Syrer gewesen.

Iraks Regierung hatte am Montag angekündigt, sie wolle die ausufernde Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen mit einem Vier-Punkte-Plan stoppen. Kernstück seien Allparteien-Komitees in den Bezirken der Hauptstadt und zusätzliche Kontrollen der Medien. Die Komitees sollen mit Politikern aller Parteien, mit Stammesführern und dem Militär besetzt sein. Sie sollen nach dem zweiten Punkt des Plans von einem Zentralkomitee für Frieden und Sicherheit überwacht werden. Der dritten Punkt wird die zusätzliche, nicht genauer beschriebene Überwachung der Medien sein. Als vierter Punkt sind monatliche Lageberichte geplant.

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