Serie: Wege aus der Euro-Krise
„Deutschland hat es in der Hand“

Der frühere Chef des Rats der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, sieht den Euro als politischen "hidden champion". Damit er Motor der europäischen Integration bleibe, müssten jedoch Geburtsfehler beseitigt werden.
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Die wirtschaftliche Heterogenität der Mitgliedsländer hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verringert, politische Alleingänge einzelner Staaten sind immer noch gang und gäbe, eine wirkliche europäische Verfassung ist nicht in Sicht, und in vielen Ländern feiert der Nationalismus politische Erfolge.

Dennoch: Der Euro ist ein politischer „hidden champion“. Bei allen nationalen Unterschieden ist er zur wichtigsten Klammer geworden, welche die Gemeinschaft zusammenhält und die Staaten zur Zusammenarbeit zwingt. Aber auch ein „hidden champion“ kann unter Geburtsfehlern leiden. Die vor 18 Monaten virulent gewordenen Turbulenzen sind Folge zweier Geburtsfehler.

Der Euro ist ein politischer „hidden champion“. Bei allen nationalen Unterschieden ist er zur wichtigsten Klammer geworden, welche die Gemeinschaft zusammenhält.

Erstens: die Vorstellung, es könne in der EU, die immer eine Transferunion war, eine Währungsunion geben, die keinerlei solidarische Elemente haben dürfe (No-Bail-out-Klausel).

Zweitens: die Annahme, das Fehlen einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik könne durch einen Stabilitätspakt ersetzt werden.

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Ausschluss Griechenlands wäre eine Scheinlösung

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  • Herr Ruerup, haben Sie hier etwas nicht verstanden? Niemand stellt die Pflicht der Starken in Frage, den oekonomisch Schwaecheren beizustehen. Dafuer haben wir das Instrument der Strukturhilfe, die in einem wohlgeordneten und budgetmaessig verabschiedeten Programm gezielt hilft. Das sehr sinnvolle Beistandsverbot soll verhindern, dass andere Laender fuer unverantwortliches Finanzgebaren haften auf dass diese Laender keinerlei Einfluss haben. Gezielter Beistand durch Strukturhilfe macht Sinn, automatischer Beistand belohnt Verschwendung.

  • Der Euro hat Europa geteilt: in 17 Euroländer und den Rest der Nicht Eurozone.
    jetzt wird auch die Eurozone in Nord und peripher geteilt.
    Die alten vergreisten Befürworter des Euro leben ihren Euromythos auf Kosten der nächsten generationen, und gehören ins letzte Jahrhundert, so wie der Euro.

  • Der Euro war nie Motor der Integration. Was soll also diese Herstellung von falschen Zusammenhängen? Hier wird ein gescheitertes politisches Ideologieprojekt mit immer neue abstrusen Argumenten rasugeputzt. Wir sollten endlich bekennen: Der Euro war ein desaströser Fehler und es ist schön, dass man Fehler rückgängig machen kann. Übrigens: Wenn wir es nicht freiwillig machen, wird der böse Finanzmarkt es für uns erledigen - leider wird das dann viel mehr kosten, crashartig verlaufen und die politische Einheit Europas aufs Ärgste gefährden.

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