Sex-Affäre um Strauss-Kahn
Griechenland sieht keine Probleme für Euro-Gespräche

Ohne die Unterstützung des IWF kann eine Lösung der europäischen Schuldenkrise kaum gelingen. Die Festnahme von Chef Strauss-Kahn sorgt daher für hohe Nervosität - allerdings nicht bei der griechischen Regierung.
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DüsseldorfÜberschattet von den Turbulenzen um IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wollen die Euro-Finanzminister am Montag die Milliardenhilfen für Portugal billigen. An dem Hilfspaket für Lissabon im Umfang von 78 Milliarden Euro beteiligt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) zu einem Drittel.

Am Sonntagabend wurde bekannt, dass der der IWF bereits eine Sondersitzung seines Aufsichtsrates anberaumt hat. Den Vorsitz führt Vize-Chef John Lipsky, der nach Informationen der Nachrichtenagentur AP und des Wall Street Journals auch übergangsweise den Chefposten übernimmt. Das Gremium solle dabei über die „Entwicklungen hinsichtlich des Managing Directors“ unterrichtet werden, teilte IWF-Sprecher William Murray mit.

In Brüssel soll auch die sich zuspitzende Lage in Griechenland erörtert werden. Nach Angaben von Diplomaten wird es aber keinen Beschluss über neue Hilfen für Athen geben. An dem vor einem Jahr zugesagten 110-Milliarden-Paket für Griechenland ist der IWF neben den Euro-Partnern ebenfalls zu einem Drittel mit im Boot.

Athen sieht allerdings keine Beeinträchtigung durch die Festnahme Strauss-Kahns. Der Sprecher der griechischen Regierung, Giorgos Petalotis, erklärte am Sonntag, die griechische Regierung verhandele mit Institutionen, nicht mit Einzelpersonen. Unbeeinträchtigt von den Vorfällen fahre sie mit der Umsetzung des Programms fort, mithilfe dessen Griechenland aus der Krise komme.

Marco Valli, Chefvolkswirt für die Eurozone bei der UniCredit, rechnet auch nach der Festnahme Strauss-Kahns mit einem zweiten Rettungspaket für Griechenland. Nur weil der IWF-Chef persönliche Schwierigkeiten habe, werde Griechenland nicht allein gelassen. Möglicherweise habe der Vergewaltigungsvorwurf gegen Strauss-Kahn Einfluss auf den Zeitrahmen, letztendlich aber keine weiteren Auswirkungen.

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  • Mal eine andere Frage an die Schlaumeier: Wieso hat einer wie der IWF-Chef eigentlich keine dplomatische Immunität? Hier in Berlin hat jeder Botschafter einer Bananenrepublik Narrenfreiheit, weil er außerhalb deutscher Gerichtsbarkeit steht. Ist der Chef einer UN-Organisation nicht so was wie ein Finanzdiplomat?

  • Ich teile ihre Sorgen. Es ist höchst merkwürdig, dass in einer solchen Situation, da sich die Griechenlandkrise derartig zuspitzt und Strauss einen wichtigen Termin bei einer anderer Schlüsselfigur der Krise -Frau Merkel- hat, so etwas passiert sein soll. Sicher gibt es die seltsamsten Zufälle, trotzdem, Cui bono?

    Auch mein erster Eindruck : der vom finanzindustriellen Komplex unterwanderten amerikanischen Regierung käme Chaos in Europa gelegen, um z.B. das neue Gelddruckprogramm QE3 auf den Weg zu bringen und sich vor dem Hintergrund einer durch eine GR-Pleite verursachten Verwirrung in Europa als Retter der Welt zu inszenieren und neues Vertrauen in den Dollar und den angelsächsischen Zocker-Kapitalimus herbei zu illusionieren.

    Ich bin grundsätzlich gegen die GR-Hilfe. Man hätte sich an Maastricht und das No-Bailout-Prinzip halten müssen und das kranke Gewebe herausoperieren, bevor es den ganzen Euro-Organismus angreifbar macht. Grundsätzlich bin ich auch immer noch dafür. Allerdings bin ich dagegen, dass das Timing für die Operation in Amerika bestimmt wird und man sich dort so auf unsere Kosten aus der selbstverursachten Schusslinie nehmen will. Also alles zu seiner Zeit. Und man sollte in den nächsten Tagen und Wochen sehr wachsam sein, Dass sich da was zusammen braut, wird kaum einer, der mit offenen Augen durch die Welt geht, übersehen können.

  • Na ja - es gibt immer noch Leute , die meinen auf dieser Erde werde alles zum Wohle der Menschen entschieden. Verlässt man den Kurs der Weltfinanz wird man kalt gestellt. Früher wurde man erschossen. Heute reicht ein inszenierter Sexvorwurf um die Leute aus dem Verkehr zu bringen. Liebe Leute wachet auf und erkennt die Wahrheit und Gerechtigkeit

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