Sexprozess vertagt
Fünf Minuten mit kein bisschen Berlusconi

Nach fünf Minuten war bereits alles vorbei und hunderte Journalisten konnten wieder abziehen: Der mit Spannung erwartete Sexprozess gegen den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi wurde auf Ende Mai vertagt.
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MailandDer Prozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ist am Mittwoch wenige Minuten nach Beginn bis Ende Mai vertagt worden. Berlusconi ist wegen bezahltem Sex mit der damals minderjährigen Nachtclubtänzerin Karima El Mahroug angeklagt. Zudem wird ihm Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er später versucht haben soll, die Affäre zu vertuschen. Wie erwartet erschienen weder der Regierungschef noch die auch als Ruby bekannte Tänzerin vor Gericht. Der Richter in Mailand verkündete nach rund zehn Minuten, den Prozess bis 31. Mai zu vertagen.

Berlusconi wird vorgeworfen, die 17-jährige gebürtige Marokkanerin vergangenes Jahr mit Bargeld und Schmuck für Sex bezahlt zu haben. Nach italienischem Recht ist Prostitution von Minderjährigen verboten. Zudem soll Berlusconi sich für die Freilassung der jungen Frau eingesetzt haben, als diese wegen Diebstahls festgenommen worden war - offenbar aus Angst, die Affäre würde nun ans Tageslicht kommen. Berlusconi hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Etwa 100 Kamerateams drängelten sich am Morgen in Mailand vor dem Gerichtsgebäude, um dann vom Richter zu erfahren, dass sie nicht innerhalb der Räume filmen dürften. Etwa 100 Journalisten hatten Zutritt zum Gerichtssaal. Der Prozess genoss bereits im Vorfeld immenses Medieninteresse und die Sex-Affäre - auch als „Ruby-Gate“ bezeichnet - überlagert seit Monaten die italienische Politik. Der politischen Karriere Berlusconis hat die Angelegenheit aber offenbar kaum geschadet.

Am Dienstag verabschiedete das Parlament, in dem die Mehrheit hinter Berlusconi steht, eine Resolution, die einen Prozess vor dem Mailänder Gericht für den Parlamentarier Berlusconi für nicht angemessen erklärt. In italienischen Medien hieß es, Berlusconi habe seinen Vertrauten gesagt, die Resolution bedeute, dass der Prozess gar nicht stattfinden solle. Die Resolution hat aber keine unmittelbare Auswirkungen auf den Prozess. Bis zu einer Entscheidung des Verfassungsgerichts dürften Monate vergehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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