Sexskandale im US-Wahlkampf
„Bush trommelt für Schürzenjäger“

Endspurt im Wahlkampf der Kandidaten für den US-Kongress. Dabei sind es weniger die politischen Themen, die in diesen Tagen die Schlagzeilen der amerikanischen Presse beherrschen. Vielmehr sehen sich Politiker als Kunden von Sex-Hotlines, Schürzenjäger und Korrupte dargestellt. Manches liest sich wie das Drehbuch einer geschmacklosen Soap Opera.

WASHINGTON. Der Wahlkampf in den USA zu den Kongresswahlen am 7. November weckt Erinnerungen an den früheren US-Präsidenten Bill Clinton und die Lewinsky-Affäre. Kurz vor der Entscheidung, so die Analyse der "Washington Post", sinkt das Niveau des Wahlkampfes ins Bodenlose. Verzweifelte Kandidaten versuchen alles, um die Konkurrenten zu beschädigen.

Der republikanische Kongressabgeordnete Mark Foley aus Florida legte wenige Wochen vor der Wahl sein Mandat nieder, nachdem bekannt geworden war, dass er anstößige E-Mails mit sexuellem Inhalt an Schüler-Praktikanten geschickt hat. Foley bedauerte sein Verhalten und enthüllte mittlerweile, dass er selbst als Kind von einem katholischen Geistlichen sexuell belästigt worden sei.

Nach Enthüllungen über eine mehrjährige außereheliche Affäre kämpft der republikanische Kongressabgeordnete Don Sherwood aus dem Staat Pennsylvania um sein politisches Überleben. Präsident George W. Bush machte sich trotz der Verfehlungen für seinen Parteifreund im Wahlkampf stark und wurde dafür kritisiert. Die „Washington Post“ titelte „Bush trommelt für Schürzenjäger“. Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, musste bohrende Fragen von Journalisten beantworten, weshalb der Präsident Wahlwerbung für einen Ehebrecher mache. Bush glaube, „dass wir alle Sünder sind und wir alle vergeben sollten, sagte Snow.

Sherwoods Ehefrau stellte sich öffentlich hinter ihren Mann und brandmarkte in einem offenen Brief an die Bürger des Wahlkreises den demokratischen Gegenkandidaten Chris Carney, weil er die Affäre für seinen eigenen Wahlkampf ausnutze. Carney hatte in Wahlkampfspots erklärt, Sherwood sei als Abgeordneter nach Washington gegangen und habe die Wertvorstellungen seiner Wähler vergessen.

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