Sexvorwürfe
Berlusconis Anwälte verzögern Prozess

Silvio Berlusconi hat im Augenblick wenig Grund zu lachen. Nach der Wahlschlappe geht nun der Sexprozess im Fall Ruby weiter. Der Ministerpräsident entzog sich im Ausland all dem Ärger.
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MailandFür den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nimmt der Ärger kein Ende. Am Tag nach der seit langem schwersten Wahlschlappe wurde am Dienstag in Mailand der mit Spannung erwartete Sexprozess gegen ihn fortgesetzt. Am Montag hatte der umstrittene Medienmogul bei Kommunal- und Provinzwahlen seine Geburtsstadt an die linke Opposition verloren. Zuvor hatte er insbesondere das Votum in dieser Hochburg der Konservativen zum Test für seine Regierung erklärt.

In der von Mafia und Müll geplagten süditalienischen Millionenstadt Neapel siegte die Linke sogar noch klarer - und das mit einem Kandidaten der kleinen Anti-Korruptionspartei IdV des erklärten Berlusconi-Feindes Antonio di Pietro.

"Ich habe zu viel zu tun, um auf meine Beerdigung zu kommen", frotzelte der Medienmogul am Dienstag aus dem Ausland. Er hatte sich dem Ärger noch bis zum Nachmittag mehr oder weniger entziehen können - auf Dienstreise unterwegs in Bukarest. Doch angesichts der lautstarken Siegesfeiern der Linken, die erneut beginnen, über eine Zeit "nach Berlusconi" laut nachzudenken, und angesichts der Unruhe im eigenen Lager gelang es Berlusconi nur mühsam, die politische Erschütterung zu verbergen.

Und dann auch noch der Fall Ruby: In Abwesenheit des 74-jährigen Angeklagten legten Berlusconis Anwälte Niccolò Ghedini und Piero Longo am Dienstag im Gerichtssaal eine Fülle von Einsprüchen, Anliegen und Fragen vor. Dabei blieb das Verfahren um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch durch Berlusconi auch bei dieser zweiten Sitzung in Mailand weiterhin im Vorstadium.

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