Shutdown
US-Konzern schickt Mitarbeiter in Zwangsurlaub

In den USA liegt seit Dienstag die Verwaltung lahm. Das hat nun erste Konsequenzen auf die Wirtschaft. Der Industriekonzern United Technologies kündigte an, Tausende Angestellte in Urlaub schicken zu müssen.
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HartfordDer Verwaltungsstillstand in den USA wirkt sich bereits negativ auf erste Wirtschaftsunternehmen aus. Der Industriekonzern United Technologies erklärte am Mittwoch, schlimmstenfalls mehr als 5000 seiner Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken zu müssen, wenn der „Government Shutdown“ bis zum November anhalte. 2000 Mitarbeiter würden schon ab Montag nach Hause geschickt, 2000 weitere wohl im Laufe der Woche.

Zu United Technologies gehören der Hubschrauberbauer Sikorsky, der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney sowie der Luftfahrtzulieferer UTC Aerospace Systems. Diese beliefern auch das US-Militär, etwa mit dem Kampfhubschrauber Black Hawk. Bei der Fertigung müssten staatliche Inspektoren anwesend sein, erläuterte der Konzern. Die fehlten nun aber wegen die Lahmlegung der Regierungsbehörden. Bestimmte Produktionen müssten deshalb angehalten werden.

Nachdem sich die Parteien im US-Kongress nicht auf einen neuen Staatshaushalt hatten einigen können, fährt die Regierung seit Dienstag im Notbetrieb. Alle Beamten, die nicht unbedingt gebraucht werden, sind in unbezahlten Urlaub geschickt worden. Derzeit ist vollkommen unklar, wie lange der Stillstand andauert. Der letzte „Government Shutdown“ vor 17 Jahren dauerte fast vier Wochen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Na ja, selbst wenn Senat und Kongress einer weiteren Verschuldung um vllt. 1 oder 2, oder auch 10 Billionen zustimmten, auch das wird irgendwann erreicht sein und man stünde vor derselben Situation.

    Das Kernproblem ist das Leben über die Verhältnisse! In den USA, in Südeuropa und auch in Deutschland!

    Wenn ein Land wie die USA das nicht in den Griff bekommt, ist der nächste Shutdown nur eine Frage von kurzer Zeit.

  • Irgendwie mutet die Szenerie gespenstisch an: jetzt ziehen die Republikaner die Reißleine so ungeschickt, dass jeder dahinter parteipolitisches Kalkül erkennt oder zumindest vermutet. Damit haben sie sich so aufs Glatteis begeben, deshalb wird ihnen letztlich nur der Rückzug bleiben. Neben dieser akuten Situation besteht aber eine chronische, die weit schlimmer ist: die öffentlichen Haushalte leben seit Jahren (und parteiübergreifend) über ihre Verhältnisse. Damit steuern sie permanent von einer zur nächsten Konfliktsituation - mit wechselnder Rollenverteilung. Meinungsumfragen liefern verheerende Stimmungsbilder. Tatsächlich muss die Phase des Taktierens überwunden werden. Notwendig ist gemeinsames, verantwortungsvolles Handeln zur Neujustierung der Haushalte auf allen Ebenen. Dazu müssten "goldene Kühe" geschlachtet werden - für diese Bereitschaft ist der Leidensdruck vmtl. noch nicht groß genug. Viel Gestaltungsspielraum besteht nicht: die Machtverhältnisse werden künftig durch globale Wohlstandsverhältnisse entschieden. Neu ist das nicht, sondern lediglich nach dem Zusammenbruch des wenig leistungsfähigen Kommunismus in den Hintergrund getreten.

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