Sicherheit in Frankreich

Der „Wutmarsch“ der Polizei

In Frankreich protestieren Polizeibeamte gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Vorgesetzte. Auslöser dafür ist ein brutaler Brandanschlag auf vier Polizisten – der eine unkontrollierte Rebellion zur Folge haben könnte.
49 Kommentare
Weil sie unzufrieden sind mit dem Verhalten ihrer Vorgesetzten sowie den eigenen Bedingungen zur Stabilisierung der Sicherheit Frankreichs, veranstalten viele Polizisten derzeit nächtliche Proteste. Quelle: AFP
Französische Polizisten auf dem Place de la Republique

Weil sie unzufrieden sind mit dem Verhalten ihrer Vorgesetzten sowie den eigenen Bedingungen zur Stabilisierung der Sicherheit Frankreichs, veranstalten viele Polizisten derzeit nächtliche Proteste.

(Foto: AFP)

ParisDie französischen Ordnungshüter werden rebellisch: Seit vier Nächten versammeln sich Polizisten in mehreren französischen Städten zu spontanen Demonstrationen. In Paris fuhren sie mit Streifenwagen und Motorrädern unter Blaulicht und Sirenen zu den Champs-Élysées und zur Place de la République und blockierten den Verkehr.

Auch in Marseille, Nizza, Nancy und andernorts gehen Ordnungshüter meist in zivil, teils auch in Uniform auf die Straße. Die Proteste, an denen viele junge Polizistinnen und Polizisten teilnehmen, wirken wie ein unkontrollierter Wutausbruch, den nichts mehr bremsen kann.

Die nächtlichen Fahrten und Märsche sind formal gesehen illegal, die Gewerkschaften haben alle Mühe, die Polizisten wieder einzufangen. Denn seit sie an die Öffentlichkeit gehen, schöpfen die Beamten Mut: „Wir haben in drei Nächten mehr erreicht als die Gewerkschaften in vielen Monaten“, sagte ein Teilnehmer am Donnerstag.

Akuter Auslöser der ungewöhnlichen Proteste ist ein brutaler Brandanschlag auf vier Polizisten am 8. Oktober. Einer von ihnen schwebt noch immer in Lebensgefahr. Am helllichten Tag hatte rund ein Dutzend Vermummter Brandsätze auf zwei Polizeiwagen geworfen und die Beamten am Aussteigen gehindert: Sie sollten bei lebendigem Leibe verbrennen.

Die Polizisten sollten eine Überwachungskamera an einer Kreuzung schützen, die in unmittelbarer Nähe zu einem Viertel liegt, das als „No-go area“ gilt und von Drogendealern beherrscht wird. Die Kamera, die Raubüberfälle verhindern sollte, war immer wieder zerstört worden. Die Sicherheitskräfte haben mangels Personal den Versuch aufgegeben, dort die Ordnung aufrechtzuerhalten. Örtliche Polizisten hatten vergeblich eine massivere Präsenz von Sicherheitskräften dort gefordert.

Polizei und Innenministerium hatten zunächst mit Härte auf die Proteste der Beamten reagiert und allen Teilnehmern mit Sanktionen gedroht – mit der Folge, dass der Polizeichef bei seinem nächsten öffentlichen Auftritt ausgebuht und dem Ruf „Rücktritt, Rücktritt“ empfangen wurde. Innenminister Bernard Cazeneuve fürchtet, dass sich die Proteste wie ein Flächenbrand ausweiten und fährt seit Mittwoch eine Taktik des Entgegenkommens. Am Mittwoch empfing er Vertreter der Polizeigewerkschaften, am Donnerstag wollte er weitere Gespräche führen. Doch er hat zwei Probleme: Das sind nicht die richtigen Ansprechpartner. Und seinen Zusagen traut niemand mehr.

Sinnlose Befehle für die Statistik
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Sicherheit in Frankreich - Der „Wutmarsch“ der Polizei

49 Kommentare zu "Sicherheit in Frankreich: Der „Wutmarsch“ der Polizei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "De Maizière sagte, bislang habe der Verfassungsschutz die "Reichsbürger" als sehr zersplitterte und heterogene Bewegung gesehen.
    Man kann dem noch hinzufügen, die "Reichsbürger" wohnen in keiner No-go-Area, die man leicht kontrollieren könnte, sondern auch noch sehr verstreut in den verschiedensten Bundesländern, auf dem Land in der Stadt, also sehr dezentral.
    Sie gehen auch meistens einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach. Deshalb sind sie schwer zu überwachen."

    Eine Überwachungskamera vor einer No-go-Area aufbauen, wie die Franzosen das machen, würde bei den Reichsbürgern nichts nutzen, da sie dort nicht wohnen.

  • Alessandro Grande,
    manchmal ist es auch eine Sache des Alters und/oder der Erfahrung. Frau Nahles ist zu jung um zu verstehen und Merkel war in den 70er in der DDR groß geworden. Sie hat dass Überbleibsel dann hier etabliert vorgefunden. Was will sie auch anders mit dem Volk machen.

    Vor rund 20 Jahren wurde die sog. Vorruhestandregelung ab dem 58. Lebensjahr eingeführt und dann wieder zurückgenommen. Die Politik geht von anderen Tatsachen aus, bis sie dann wieder mal merkt.

    Andere Politiker gleicher Fehler mit 63.

    Und Frau Merkel eckt nicht gerne an. Sie unterlässt alles, was Widerstand bedeutet. Sie glaubt meist und hofft..... So ähnlich wie als Physikern.

    Wissen tut sie es nicht. Und in der Hand hat sie auch die Entwicklungen nicht.

    In Europa kann noch genug schiefgehen, an das von uns heute noch keiner denkt oder zu glauben wagt.

    Sofern sich hier in Europa der "Youth Bulge" immer mehr abzeichnen sollte, bin ich auf jeden Fall dann mal weg.
    Nun hoffe ich auch, dass meine Euronen bis dahin noch etwas wert sind und die EU mit dem Euro nicht vollends gegen die Wand gefahren wird.
    Draghi, Schäuble & Co. haben schon meine Altersversorgungen um rund 40 bis 50% abschmelzen lassen. Das sind für mich deutlich 6-stellige Verluste binnen weniger Jahre.
    Aber darum u. um Zinsen brauchen sich Politiker keine Gedanken zu machen. Die erhalten meist 5-stellige Pensionen u. mehr monatlich von unseren Steuergeldern zugeschustert.

    Und wer dann nie was gelernt hat und als höchsten Abschluß einen Führerschein zur Fahrgastbeförderung vorweisen kann, Polizisten geschlagen,getreten und mit Steinen beworfen hat und dann zum deutschen Politikerstar gekürt wird.....
    und in einer noblen Villa in Bestlage wohnt und ein fünfstelliges Salär monatlich vom Steuerzahler erhält, on Top noch großzügige Honorare für Vorträge erhält ist in unserem "Land als Beamtenstaat in Zukunft" bestens aufgehoben.

    Die Ägide der Politiker tut gegenwärtig alles dafür, dass es unruhige Zeiten geben wird.

  • Mit der siegreich angelaufenen Offensive „ Mossul“ , erreichen die Rückkehranträge nichtvoraussehbare , dramatische Ausmaße .
    Das Außenministerum und das Wirtschaftsministerium sieht in jedem Rückkehrer einen Botschafter für Deutschland , Aufbauhelfer für das eigene Land und Motor auch für die deutsche Wirtschaft, als potentiellen Audi-BMW-VW oder Mercedesfahrer . Mindestens !

  • Die Generation der 68er hat schon alles laufen lassen und z.T. seine eigenen Kinder gegen die Wand gefahren. Es ist halt schick und angenehm gewesen und das meiste in der Realtät gescheitert. Ein paar "Sonnenblumenkinder" sind mit den Grünen noch heute in der politischen Landschaft mit ihrer Weltanschauung hinten dran.

    Wäre man den Vorgängern ganz gefolgt, hätte Deutschland keine Bundeswehr mehr und die Polizei keine Schußwaffen.

    Dafür gibt es nun Doppelpässe für die hier in der Segregation lebenden Migranten und Transferleistungen vom Steuergeld usw. Als Dank gibt's nicht nur Übergriffe auf die Polizei. Morgen mehr als heute, ganz bestimmt!

    Wir lernen es auch im Jahre 2016 noch nicht und lassen alles so laufen. Es ist halt ruhiger und angenehmer die "Drecksarbeit" andere machen zu lassen. Dafür gibt es eine nicht gesteuerte Einwanderung, Flüchtlinge ohne Grenzen und stets steigende Kriminalität anstatt weniger.

    Dafür zahlen wir dann noch Steuern. Man(n) kann es nicht fassen.

    Und die Politik freut sich noch; zumindest über die steigenden Steuern aktuell.

    Die Polizei jetzt und in Zukunft eher weniger.


  • @Herr Schwarz: Absolut d´accord und in diesem Zusammenhang fällt mir gleich ein Zitat der politischen Vollversagerin Nahles ein, welche nicht nur die Rente mit 63 einführte und sich dann wunderte, dass sich mehr Menschen melden als vorher angenommen (ach nee!!??), sondern letztes Jahr bzgl. der Flüchtlingsströme in der von Ihnen beschriebenen Qualität meinte "Es sei eine einmalige Chance!"
    Die Frage ist nur, wofür?
    U.U. dafür, um schneller dorthin zu kommen, wie Sie es beschreiben, an den Rand des Niveaus der OECD und des finanziellen Daseins. Denn rechnen können in unserem Land wohl viele nicht, die meisten davon sitzen in politischen Ämtern.

  • err J. Schwarz21.10.2016, 12:21 Uhr
    Deutschland gehört aktuell und in Zukunft zu den Verlierern der OECD-Staaten.
    <<<<<<<<<<<<<<

    Ja, das dürfte wohl hin kommen.

    Um dieses Problem für sich zu lösen, muss man sich innerlich vollkommen vom Staat trennen. Innere Kündigung mit einem System,w as man als Unrecht empfindet. Mit genau dieser Einstellung hat mein Vater schon das Hitler System überlebt und hat dabei unter ethischen Bedingungen (Schmuggler) hervorragend gut Geschäfte gemacht.

    Das System kann man nicht ändern, aber man gut daran verdienen und das auch mit einem sehr hohen Level an Moral und Ethik. z.b. als Online-Trader.


  • Es hat sich nicht geändert.

    <https://www.welt.de/wirtschaft/article1962158/Der-Wohlstand-in-Deutschland-ist-in-Gefahr.html>

  • Deutschland gehört aktuell und in Zukunft zu den Verlierern der OECD-Staaten.

    Wenn 40 Prozent der Zuwanderer -insbesondere die Männlichen- in Mathe ein "Mangelhaft" haben und auch keinen Abschluß und damit keine Chance auf einen Beruf, sollte das eigentlich Bände sprechen.

    Es wird gegenwärtig das zukünftige Fundament für den neuen Deutschen Staatsbürger gegossen.

    Die Grundlage schafften mit Doppelpass Fischer, Schily & Co.

    Wir werden es den nächsten Generationen unseren Kindern und Enkeln erklären müssen.

  • Korrigiere:...passt genau!!!

  • @Lana Ebsel: Gut geschrieben, past genau!!!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%