Sicherheit und Demokratie
Kasparow nennt Russland Polizeistaat

Der russische Oppositionelle Garri Kasparow hat sein Heimatland als Polizeistaat kritisiert. Der Westen müsse aufhören, Russlands Präsident Wladimir Putin ein demokratisches Zeugnis auszustellen, forderte der ehemalige Schachweltmeister in Prag.

HB PRAG. Kasparow gehört zu den Anführern der oppositionellen Bürgerfront, deren Demonstrationen gegen die Beschneidung demokratischer Freiheiten in Russland zuletzt wiederholt gewaltsam aufgelöst wurden. „Russland ist heute ein Polizeistaat, verkleidet als Demokratie“, sagte Kasparow bei einer Konferenz zu den Themen Sicherheit und Demokratie, bei der am Nachmittag auch US-Präsident George W. Bush eine mit Spannung erwartete Rede halten sollte. „Und trotzdem werden die Staats- und Regierungschefs der freien Welt morgen in Deutschland zusammensitzen und Wladimir Putin als einen der ihren behandeln. Putin braucht die Hilfe der freien Welt, um diese Illusion aufrechtzuerhalten.“

Putin nimmt von Mittwoch an am Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) im Ostseebad Heiligendamm teil. Zu der Runde gehören neben den USA und Deutschland, das derzeit den Vorsitz innehat, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.

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