Sicherheitsbedenken
UN ziehen Mitarbeiter aus Gaza ab

Die Palästinenser-Hilfsorganisation der Vereinten Nationen (UN) ziehen den größten Teil ihrer ausländischen Mitarbeiter aus dem Gaza-Streifen ab. Nach eigenen Angaben vom Mittwoch reagierten die UN damit auf die sich verschlechternde Sicherheitslage nach dem Vorstoß der israelischen Armee in den nördlichen Gaza-Streifen.

HB GAZA-STADT. Nachdem 20 UN-Mitarbeiter die Region bereits im vergangenen Monat verlassen haben, werden nun 19 weitere UN-Kräfte abgezogen. Lediglich neun ausländische Mitarbeiter sollten vor Ort bleiben, hieß es bei der UN.

Bei einem weiteren Raketenangriff mit israelischen Kampfhubschraubern auf das dicht besiedelte Gebiet im Norden sind am Mittwochmorgen nach Berichten von Augenzeugen mindestens vier Palästinenser verletzt worden. Berichte über Todesopfer gab es nach dem Angriff auf das Flüchtlingslager Jabalja, einer mutmaßlichen Hochburg palästinensischer Extremisten, nicht.

Israel ist in der Vergangenheit immer wieder in die Region vorgestoßen, um gegen Extremisten vorzugehen. Im vergangenen Monat waren Soldaten des Landes mit Panzern in die Stadt Beit Hanun im Randgebiet des Gaza-Streifens eingerückt. Von dort aus hatten radikale Palästinenser wiederholt Raketen auf Israel abgefeuert. Die Extremisten haben jedoch nach dem Vorstoß der Armee ihre Position lediglich verlagert und weiterhin fast täglich Raketen auf die südisraelische Stadt Sderot abgefeuert.

Aus Sorge, die Palästinenser könnten das Gebiet als Basis für Raketenangriffe nutzen, versuchen israelische Soldaten mögliche Abschussrampen noch vor dem geplanten Rückzug aus dem Gaza-Streifen zu zerstören. Israels Premierminister Ariel Scharon plant bis 2005 den vollständigen Abzug jüdischer Siedler und israelischer Soldaten aus dem Gaza-Streifen.

Zwischen verschiedenen rivalisierenden Palästinenser-Gruppen ist unterdessen ein Machtkampf um den künftigen Einfluss im Gaza-Streifen ausgebrochen. Zugleich stehen die Palästinenser unter Druck, ihre als bestechlich geltenden Behörden und Sicherheitsdienste zu reformieren.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei verurteilte den Vorstoß der Israelis in nördlichen Gaza-Streifen und kritisierte ihn als hinderlich. „Israel versucht die Situation zur Eskalation zu treiben, damit die Palästinenser keinen Erfolg haben Recht und Ordnung wieder herzustellen“, sagte er Reportern in Ramallah.

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