Sicherheitsdebatte
USA räumen Scheitern der Schutzvorkehrungen ein

Nach dem vereitelten Anschlag auf ein Verkehrsflugzeug hatte US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano zunächst erklärt, die Sicherheitsvorkehrungen hätten funktioniert. Jetzt rudert sie zurück, gibt Versäumnisse zu und fordert eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen. In Deutschland wird indes über den Einsatz von Nacktscannern gestritten.
  • 0

HB WASHINGTON/BERLIN . Der vereitelte Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug am Heiligen Abend wird ein parlamentarisches Nachspiel im US-Senat haben. Der Ausschuss für Heimatschutz werde sich im Januar mit der Frage befassen, wie der nigerianische Tatverdächtige die Kontrollen trotz des Besitzes von Sprengstoff überwinden konnte, sagte der Ausschussvorsitzende Joe Lieberman am Montag in Washington. Geprüft werden solle auch, warum der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab durch das Sicherheitsnetz schlüpfen konnte, obwohl er auf einer Liste möglicher Gefährder stehe.

Heimatschutzministerin Janet Napolitano räumte inzwischen ein, dass die Schutzvorkehrungen im Fall des Nigerianers versagt hätten. Der Fraktionsführer der oppositionellen Republikaner im Senat, Mitch McConnell, hatte bereits am Sonntag kritische Fragen angekündigt. Es sei erstaunlich, dass eine Person, über die so viele Erkenntnisse vorlägen, ungehindert ein Flugzeug in Richtung USA besteigen könne.

Präsident Barack Obama wollte sich noch am Montagabend zu dem vereitelten Anschlag äußern. Die Republikaner werfen ihm Nachlässigkeit im Umgang mit Bedrohungen der Sicherheit vor.

Der Attentäter hatte den Sprengstoff ungehindert in die Maschine gebracht und kurz vor der Landung in Detroit zu zünden versucht. Dabei war der 23-jährige Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab von beherzten Mitreisenden und Besatzungsmitgliedern überwältigt worden. In Deutschland forderten Unionspolitiker, den Einsatz der umstrittenen Nacktscanner zu prüfen.

„So ist es“, sagte Napolitano auf die Frage des Fernsehsenders NBC, ob die Schutzvorkehrungen nicht kläglich versagt hätten. „Und deshalb fragen wir, warum konnte diese Person das Flugzeug betreten? Warum wurde der Sprengstoff nicht gefunden? Und wie müssen wir die Bestimmungen für die Sicherheitsliste ändern?“ Abdulmutallab war in einem Verzeichnis gefährlicher Personen gespeichert. Darin war er aufgrund eines Hinweises seines Vaters gelangt.

Seite 1:

USA räumen Scheitern der Schutzvorkehrungen ein

Seite 2:

Kommentare zu " Sicherheitsdebatte: USA räumen Scheitern der Schutzvorkehrungen ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%