Sicherheitsexperten befürchten dritten Anschlag
Terrorspur führt nach Saudi-Arabien

Die britischen Ermittler verfolgen nach der Festnahme der Rucksackbomber von London offenbar eine neue Spur. Medienberichten zufolge könnten die Anschläge von London von Saudi-Arabien aus organisiert worden sein. Einer der Attentäter habe mehrfach Telefongespräche in das Land geführt.

HB LONDON. Nun ermittle die Polizei auch in diese Richtung, schrieben die „Sunday Times“ und der „Sunday Telegraph“. Die Spur lieferte der in Rom festgenommene Äthiopier Hamdi Adus Issac. Er soll schnellstmöglich nach Großbritannien ausgeliefert werden. Bis zur endgültigen Gerichtsentscheidung über eine Auslieferung bleibe er in Einzelhaft in einem römischen Gefängnis, hieß es.

Nach Medienberichten gestand Issac, der britischer Staatsbürger ist, die Beteiligung an den Anschlägen. Nach Angaben der „Sunday Times“ soll Issac außerdem ausgesagt haben, dass die an den gescheiterten Attentaten vom 21. Juli Beteiligten in keiner Verbindung zu den Selbstmordanschlägen vom 7. Juli auf drei U-Bahnen und einen Bus in London gestanden hätten. Dabei waren 56 Menschen ums Leben gekommen und weitere 700 verletzt worden.

London ist auch nach den Festnahmen von weiteren Terrorverdächtigen in höchster Alarmbereitschaft. Die britische Polizei hat am Sonntag im Zusammenhang mit den gescheiterten Anschlägen vom 21. Juli in London sieben Verdächtige im Seebad Brighton festgenommen. Dabei handele es sich um sechs Männer und eine Frau, teilte Scotland Yard mit. Damit befanden sich am Abend insgesamt 19 Terrorverdächtige in Polizeigewahrsam.

Sicherheitsexperten befürchten einen dritten Anschlag in der britischen Hauptstadt. Eine neue Gruppe britischer Muslime pakistanischer Herkunft sei in der Lage, einen Anschlag auf die U-Bahn auszuführen, berichtet die Zeitung „The Times“ am Montag. Diese Gruppe wollte am vergangenen Donnerstag erneut zuschlagen, heisst in dem Bericht weiter. Sie habe Zugang zu Sprengstoff sowie Kontakte zu der terroristischen Zelle in der Stadt Leeds, von wo die Bombenattentäter vom 7. Juli kamen.

Andere extremistische Gruppen wollten beweisen, dass es kein Problem sei, neue Rekruten für Selbstmordattentate zu finden. Obwohl Tausende von Polizisten Londons U-Bahnhöfe bewachen, sei die Gefahr eines weiteren Anschlags sehr real, hatte Scotland Yards Antiterror-Chef Peter Clark am Wochenende gesagt.

Nach britischen Zeitungsberichten kam die Polizei den festgenommenen Terrorverdächtigen in London durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur, nachdem Aufnahmen von Überwachungskameras veröffentlicht worden waren. Auch Angehörige der Verhafteten sollen der Polizei geholfen haben.

Der nach Berichten als mutmaßlicher Hintermann der Anschläge vom 7. Juli verdächtigte Haroon Rashid Aswat (30) wird von Sambia an Großbritannien ausgeliefert. Das gaben die Behörden des afrikanischen Landes am Wochenende bekannt. Aswat soll 20 Mal mit den Londoner Rucksackbombern telefoniert haben.

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