Sicherheitsgarantien
Nordkorea: Sechser-Gespräche gehen weiter

Zum Auftakt der Sechs-Nationen-Gespräche in Peking über das Atomprogramm Nordkoreas haben die USA den kommunistischen Staat eine „vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Demontage“ des nordkoreanischen Nuklearprogramms und etwaiger Atomwaffen aufgefordert.

HB PEKING. US-Unterhändler James Kelly stellte am Mittwoch dafür amerikanische Sicherheitsgarantien und eine Normalisierung der Beziehungen zu dem isolierten und von Hunger geplagten stalinistischen Staat in Aussicht. Er zitierte Präsident George W. Bush, die USA hätten nicht die Absicht, Nordkorea anzugreifen.

Kelly ging direkt auf einen der Hauptstreitpunkte ein, als er die Beseitigung des gesamten Atomprogramms „sowohl auf der Grundlage von Plutonium als auch auf Uran“ ansprach. Vor den Gesprächen hatte Nordkorea bestritten, eine Uran-Anreicherung zu betreiben, und von einer Erfindung der USA gesprochen. US-Unterhändler Kelly forderte auch die Zerstörung von Atomwaffen, von denen Pjöngjang nach amerikanischen Geheimdiensterkenntnissen ein oder zwei haben könnte.

In seiner Eröffnungsrede stellte der Nordkoreas Delegationschef Kim Kye Gwan Flexibilität in Aussicht. Bei den Gesprächen, an denen auch China, Südkorea, Japan und Russland teilnehmen, fordert Nordkorea Wirtschaftshilfen und Sicherheitsgarantien im Gegenzug für ein Einfrieren seines Atomprogramms. Die erste Sitzung am Vormittag sei „kühl und geschäftsmäßig“ verlaufen, sagte der südkoreanische Chefunterhändler Lee Soo Hyuck.

Nach der Eröffnungsrunde sind die Verhandlungen mit bilateralen Treffen fortgesetzt worden. Dazu gehörte nach südkoreanischen Angaben ein direktes Treffen zwischen den USA und Nordkorea. US-Diplomaten berichteten, die US-Delegation führe „eine Reihe informeller Gespräche“.

Wie lange die Gespräche in Peking dauern werden, blieb offen. Eine erste Sechser-Runde vor einem halben Jahr in Peking war ohne greifbare Ergebnisse geblieben. US-Unterhändler Kelly machte deutlich, dass die Verhandlungen einen langen Weg vor sich haben. Er äußerte die Hoffnung auf konkrete Ergebnisse bei dieser Runde, die eine Grundlage für „weitere Fortschritte in den kommenden Monaten“ legen könnten. China sucht zunächst eine gemeinsame schriftliche Erklärung und wie die USA die Einrichtung einer ständigen Arbeitsgruppe, um die Verhandlungen fortzusetzen.

Der neue Streit um Nordkoreas nukleare Ambitionen hatte im Oktober 2002 begonnen, als Pjöngjang eingeräumt hatte, entgegen einer Vereinbarung mit den USA von 1994 doch wieder ein Atomprogramm zu verfolgen.

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