Sicherheitsrat stimmt zu
Uno schickt Truppen nach Liberia

Der Einsatz einer 15 000 Soldaten umfassenden Uno-Friedenstruppe in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Liberia ist vom Weltsicherheitsrat beschlossen worden.

HB NEW YORK. Die Uno-Mission für Liberia (UNMIL) soll die westafrikanische Eingreiftruppe ablösen und zugleich viele ihrer Soldaten unter Uno-Flagge übernehmen. Zur Uno-Mission sollen nach dem Ratsbeschluss auch 1115 Polizisten sowie 160 Militärbeobachter gehören. Das Mandat wurde für zunächst zwölf Monate erteilt.

Der Einsatz der Friedenstruppen war von Uno-Generalsekretär Kofi Annan vorgeschlagen und von den USA maßgeblich unterstützt worden. An der Finanzierung der Truppe ist Deutschland nach dem Uno-Beitragsschlüssel mit nahezu zehn Prozent beteiligt. Eine Schätzung der Gesamtkosten veröffentlichten die Uno bislang nicht. Diplomaten gehen von hunderten Millionen Euro aus.

Die Kriegsparteien in Liberia hatten sich Mitte August auf ein Friedensabkommen verständigt. Allerdings drohte die Rebellengruppe LURD (Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie) bereits, die geplante Übergangsregierung wegen eines Streit um die Verteilung von Ämtern zu boykottieren.

Bei schweren Kämpfen zwischen LURD-Kräften und den Truppen der bisherigen Regierung waren hunderte Menschen getötet worden. Nachdem Präsident Charles Taylor Mitte August ins Exil ging, beruhigte sich zwar die Lage in der Hauptstadt Monrovia, jedoch halten bewaffnete Auseinandersetzungen sowie Angriffe auf die Zivilbevölkerung im Landesinneren an.

Die Uno-Friedenstruppe soll ab 1. Oktober unter anderem den Waffenstillstand und die damit vereinbarte Rückkehr der verschiedenen Rebellen- und Regierungsmilizen zu ihren Ausgangsbasen überwachen. Außerdem sollen die Blauhelmsoldaten die freiwillige Entwaffnung der Bürgerkriegsgegner organisieren und die Sicherheit von Regierungsstellen sowie der Häfen und Flugplätze und weiterer Infrastruktureinrichtungen des Landes gewährleisten.

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