Sicherheitsrisiko
Egypt Air darf nicht mehr nach Russland fliegen

Russland hegt große Zweifel an der Sicherheit an ägyptischen Flughäfen. Jetzt werden auch Flüge der Egypt Air nach Moskau untersagt – für die Tourismusindustrie des arabischen Landes ein harter Schlag.

MoskauZwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz auf der Halbinsel Sinai hat Russland den Flugverkehr nach Ägypten weiter eingeschränkt. Flüge der nationalen Fluggesellschaft Ägyptens dürften von Samstag an nicht mehr nach Russland fliegen, teilte die Luftfahrtbehörde in Moskau am Freitag mit. Gründe für das Verbot wurden nicht genannt. Präsident Wladimir Putin hatte aber aus Sorge über die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen bereits Flüge russischer Airlines nach Ägypten untersagt.

Der Sprecher des Moskauer Flughafens Domodedowo, den Egypt Air anfliegt, bestätigte, dass dort von Samstag an keine Flüge der Gesellschaft mehr landen würden. Wie lange das Verbot andauern soll, blieb zunächst unklar. Jenes für russische Airlines soll aber noch Monate gelten. Die Fluggesellschaft Aeroflot erklärte am Freitag, dass sie nicht vor dem 27. März 2016 ihren Flugverkehr nach Ägypten aufnehmen werde. Für die ägyptische Tourismusindustrie, für die Besucher aus Russland eine wichtige Einnahmequelle darstellen, ist das neue Verbot ein schwerer Schlag.

Es deutet zudem darauf hin, dass auch Russland zunehmend davon ausgeht, dass eine Bombe die Maschine der Fluggesellschaft Metrojet zum Absturz brachte. Alle 224 Menschen an Bord der Maschine kamen bei dem Absturz am 31. Oktober ums Leben, die meisten von ihnen russische Urlauber.

Die USA und Großbritannien gehen schon länger von einem Anschlag aus, die ägyptischen und russischen Behörden mahnten aber, dass solche Schlussfolgerungen noch verführt seien und erst die offizielle Untersuchung abgeschlossen werden müsse. Doch auch Russland hat mit dem Verbot für russische Fluggesellschaften bereits deutlich gemacht, dass es über die mangelnde Sicherheit an den Flughäfen Ägyptens besorgt ist. Seit vergangener Woche sind russische Experten vor Ort, um die Airports zu überprüfen.

Für die Ermittlungen zur Absturzursache sollen die letzten sieben Sekunden aus der Aufnahme des Stimmenrekordes außerhalb Ägyptens analysiert werden. Die Technologie dafür sei nur in wenigen Ländern verfügbar, sagte Luftfahrtminister Hossam Kamal der staatlichen Zeitung Al-Ahram. Wo genau sie analysiert werden sollte, sagte er nicht.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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