Sieben Jahre Gefängnis
Britischer Hassprediger Abu Hamza verurteilt

Der britische Hassprediger Abu Hamza ist zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Schwurgericht von Old Bailey hielt es für erwiesen, dass er eine Londoner Moschee in „ein Rekrutierungslager für El Kaida“ verwandelt hat.

HB LONDON. Nach einmonatiger Prozessdauer kam das Schwurgericht zu der Einschätzung, dass elf von 15 Anklagepunkten gegen den Imam der großen Londoner Moschee Finsbury Park berechtigt waren. Der Vorsitzende Richter erklärte bei der Urteilsverkündung: „Sie haben in diesem Land das Recht auf ihre persönlichen Ansichten, aber nur bis nur zu dem Punkt, wo sie anfangen, damit zum Mord aufzurufen.“ Das Urteil des Obersten Strafgerichts von Großbritannien blieb dennoch deutlich unter dem möglichen Strafmaß von lebenslänglicher Haft. Der 47-Jährige gebürtige Ägypter Hamza sitzt bereits seit fast zwei Jahren in Untersuchungshaft.

Der bärtige Prediger, der nach eigenen Angaben bei einem Afghanistan-Aufenthalt in den 80er Jahren beide Arme und ein Auge verlor, galt als eine der einflussreichsten Figuren in der britischen Islamisten-Szene. Der Schuldspruch erfolgte erst nach viertägigen Beratungen der Jury. Der Imam der Nordlondoner Zentralmoschee bezeichnete den Prozess als „politisch motiviertes Verfahren“. Er wies alle Vorwürfe zurück. Die Moschee gilt als Brutstätte radikaler Islamisten. Zu den Besuchern der Gebetsstätte gehörten in den späten neunziger Jahren auch der als „Schuhbomber“ verurteilte Richard Reid und Zacarias Moussaoui, der als Komplize der Attentäter vom 11. September in den USA vor Gericht steht.

Dem Imam wurde unter anderem schuldig befunden, in Predigten zu Morden an Juden und anderen Nicht-Muslimen aufgerufen zu haben. In einem anderen Fall geht es um den Besitz von Hasspropaganda sowie von Videos und Tonband-Aufnahmen mit rassistischen Reden. Außerdem wurde bei ihm ein zehnbändiges Handbuch sichergestellt, das nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft zur Planung von Terroranschlägen dient. Darin wurden unter anderem der Big Ben in London und der Eiffel-Turm in Paris als mögliche Anschlagsziele aufgelistet.

Der Hassprediger war im Mai 2004 - also mehr als ein Jahr vor der Serie von Selbstmordattentaten in London mit mehr als 50 Toten - festgenommen worden. Kurz darauf verlangten die USA seine Auslieferung. Sie legen Hamza zur Last, im Dezember 1998 im Jemen an den Vorbereitungen zur Entführung von 16 Geiseln, darunter mehrere Amerikaner, beteiligt gewesen zu sein. Durch die Heirat mit einer Engländerin hat der gebürtige Ägypter einen britischen Pass.

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