Sieben Verdächtige in Großbritannien in Haft
Brown fordert umfassendes Terror-Register

Großbritannien fordert nach den vereitelten Terror-Anschlägen von London und Glasgow eine bessere internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Extremismus. Der neue Premierminister Gordon Brown brachte am Sonntag ein internationales Register von Terror-Verdächtigten ins Gespräch.

HB LONDON. Informationen über die Zugehörigkeit oder mögliche Zugehörigkeit einer Person zu einer terroristischen Gruppe sollten für andere Länder verfügbar sein, sagte Brown dem Fernsehsender „Sky News“. Der Sicherheitschef der britischen Regierung Admiral Alan West sagte, der Kampf gegen islamistische Extremisten werde 10 bis 15 Jahre beanspruchen.

West forderte seine Landsleute auf, zu Informanten zu werden. Spitzel zu spielen gehöre zwar normalerweise nicht zum Wesenszug der Briten, sagte der Anti-Terrorbeauftragte der Regierung in einem Interview des „Sunday Telegraph“. „Ich fürchte, in dieser Situation sollte sich aber jeder mit entsprechenden Informationen melden, denn die Leute, über die wir werden, wollen unseren gesamte Lebensweise zerstören.“ Der Kampf gegen die Extremisten kann seiner Einschätzung nach nicht in kurzer Zeit gewonnen werden: „Das wird nicht schnell gehen. Ich glaube, das wird zehn bis 15 Jahre dauern.“ Zugleich zeigte er sich aber zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir das schaffen können, so lange wir uns als Nation der Sache selbst annehmen und alle dabei mitziehen.“

In Großbritannien gilt weiterhin die zweithöchste Terror-Warnstufe. Im Zusammenhang mit den versuchten Anschlägen in London und Glasgow wurde ein erster Verdächtiger angeklagt. Der 27-jährige Arzt Bilal Abdullah erschien am Samstag vor einem Londoner Gericht. Ihm wird vorgeworfen, gemeinschaftlich versucht zu haben, Explosionen herbeizuführen. Abdullah machte jedoch vor den Richtern keine Aussagen. Er bestätigte lediglich seinen Namen und seine Adresse. Abdullah muss am 27. Juli erneut vor Gericht erscheinen. Der im Irak ausgebildete Arzt war nach dem Anschlag auf den Flughafen von Glasgow festgenommen worden.

Die übrigen sieben Verdächtigen aus dem Nahen Osten und Indien sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft solange in Haft bleiben, bis über eine Anklageerhebung entschieden ist.

Bei dem Anschlag auf den Flughafen Glasgow waren vor einer Woche zwei Männer mit einem brennenden Auto in das Eingangsgebäude gefahren. Abdullah soll der Beifahrer des Jeeps gewesen sein. Der Fahrer des Wagen liegt mit schweren Brandverletzungen im Krankenhaus. 36 Stunden vor dem Glasgower Anschlag hatte die Polizei im Zentrum Londons zwei Autobomben entschärft.

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