Siebenjähriges Mädchen unter den Verletzten
ETA-Bomben in sieben Städten detoniert

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat Spanien mit einer Serie von Bombenanschlägen überzogen. Bei den Explosionen in sieben Städten wurden am Montag 13 Menschen nach Angaben der Polizei leicht verletzt.

HB MADRID. In sieben Städten in allen Teilen des Landes explodierten am Montag Sprengsätze, die allerdings nur geringe Sprengkraft hatten. 13 Menschen wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt.

Die Bomben detonierten fast zeitgleich um etwa 13.30 Uhr in den Städten León, Santillana del Mar (beide Nordspanien), Avila, Ciudad Real, Valladolid (alle Zentralspanien), Alicante (Ostspanien) und Málaga (Südspanien). Vor den Anschlägen hatte ein Anrufer sich zwei Mal bei der baskischen Zeitung „Gara“ gemeldet und im Namen der ETA vor den Explosionen gewarnt. Die Polizei konnte in den meisten Fällen die genannten Stellen, an denen die Bomben detoniert waren, rechtzeitig evakuieren und absperren.

Nur in Santillana del Mar, einem beliebten Urlauberort in Nordspanien, war die Beschreibung des Anrufers so ungenau, dass die Polizei einen falschen Platz räumen ließ. Bei der Detonation wurden nach Angaben der Behörden zehn Menschen leicht verletzt, darunter ein siebenjähriges Mädchen. In Ciudad Real erlitten bei der Räumung einer Gaststätte drei Menschen leichte Verletzungen.

Das spanische Innenministerium berief ein Krisenkomitee ein und versetzte die Polizei in höchste Alarmbereitschaft. Die Sicherheitskräfte hatten befürchtet, dass die ETA am Montag, dem „Tag der Verfassung“ in Spanien, Terroranschläge verüben würde. Erst am Freitag hatte die ETA in Madrid fünf ähnliche Anschlägen mit kleinen Sprengsätzen verübt. In Almería wurde eine Bombe entschärft, die ebenfalls am Montag explodieren sollte.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erklärte, die demokratische Ordnung werde stärker sein als der Terror. „Das Schicksal der ETA wird es sein, dass sie die Waffen niederlegen muss. Ich hoffe, dass dieser Moment schon bald kommt.“ Die ETA kämpft mit Mitteln des Terrors für die Unabhängigkeit des Baskenlands. Sie ist gegen die spanische Verfassung, weil darin die Zugehörigkeit des Baskenlands zu Spanien festgeschrieben ist. Seit 1968 waren bei ETA-Anschlägen über 850 Menschen getötet worden.

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